Körperliche Aktivität: Auf die Gesamtmenge kommt es an9. Januar 2025 © JackF – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine neue Studie in „Circulation“ trägt zur wachsenden Evidenz bei, dass es in punkto körperlicher Aktivität zur Krankheitsprävention nicht darauf ankommt, sich mehrmals pro Woche sportlich zu betätigen. Vielmehr sollte man eine gewisse wöchentliche Gesamtmenge sportlicher Aktivität erreichen – was auch in Form des sogenannten Wochenendsportlers an nur 1–2 Tagen erfolgen kann. Dazu untersuchten Mediziner unter Leitung vom Massachusetts General Hospital und dem Broad Institute of MIT and Harvard in Boston (USA) die Zusammenhänge zwischen dem Bewegungsmuster und der Inzidenz von 678 Erkrankungen bei 89.573 Teilnehmern (62 ±8 Jahre; 56% Frauen) der UK Biobank, die zwischen Juni 2013 und Dezember 2015 eine Woche lang einen Beschleunigungsmesser trugen. Ihre Modelle passten sie für mehrere klinische Ausgangsfaktoren an. Im Ergebnis entdeckten die Studienautoren, dass eine körperliche Aktivität, die den Empfehlungen der Leitlinien (≥150 min mäßige bis intensive körperliche Aktivität/Woche) entspricht, mit einem geringeren Risiko für >200 Krankheiten verbunden ist, wobei die Auswirkungen auf kardiometabolische Erkrankungen besonders ausgeprägt sind. Konkret waren im Vergleich zu inaktiver körperlicher Aktivität (<150 min moderate bis intensive körperliche Aktivität/Woche) sowohl Wochenendsportler (267 Gesamtassoziationen; 264 [99%] mit geringerem Krankheitsrisiko; HR-Spanne 0,35–0,89) als auch regelmäßiger Sport (209 Assoziationen; 205 [98%] mit geringerem Krankheitsrisiko; HR-Spanne 0,41–0,88) weitgehend mit einem geringeren Risiko für das Auftreten von Krankheiten verbunden. Die Forscher beobachteten die stärksten Assoziationen für kardiometabolische Erkrankungen wie Bluthochdruck (Wochenendsportler: HR 0,77; 95%-KI 0,73–0,80; p=1,2×10−27; regelmäßiger Sport: HR 0,72; 95%-KI 0,68–0,77; p=4,5×10−28), Diabetes (Wochenendsportler: HR 0,57; 95%-KI 0,51–0,62; p=3,9×10−32; regelmäßig: HR 0,54; 95%-KI 0,48–0,60; p=8,7×10−26), Fettleibigkeit (Wochenendsportler: HR 0,55; 95%-KI 0,50–0,60; p=2,4×10−43; regelmäßig: HR 0,44; 95%-KI 0,40–0,50; p=9,6×10−47), und Schlafapnoe (Wochenendsportler: HR 0,57; 95%-KI 0,48–0,69; p=1,6×10−9; regelmäßig: HR 0,49; 95%-KI 0,39–0,62; p=7,4×10−10). Beim direkten Vergleich von Wochenendsportler und regelmäßiger Aktivität gab es keine Bedingungen, bei denen sich die Effekte signifikant unterschieden. Die Beobachtungen waren ähnlich, wenn die Aktivität auf den Median der Stichprobe (≥230,4 min mäßiger bis intensiver körperlicher Aktivität/Woche) begrenzt wurde. Fazit Ein gemessener Umfang an körperlicher Aktivität, der den Empfehlungen der Leitlinien entspricht, ist mit einem geringeren Risiko für mehr als 200 Krankheiten verbunden, wobei die Auswirkungen auf kardiometabolische Erkrankungen besonders ausgeprägt sind. Die Assoziationen scheinen ähnlich zu sein, unabhängig davon, ob die körperliche Aktivität an nur 1–2 Tagen die Woche erfolgt oder gleichmäßiger über die Woche verteilt ist. (ah) Autoren: Kany S et al. Korrespondenz: Shaan Khurshid; [email protected] Studie: Associations of „Weekend Warrior“ Physical Activity With Incident Disease and Cardiometabolic Health Quelle: Circulation 2024;150(16):1236–1247. Web: https://doi.org/10.1161/CIRCULATIONAHA.124.068669
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