Körperliche Aktivität kann psychisches Wohlbefinden in der Menopause verbessern

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Eine im Fachjournal „Menopause“ veröffentlichte Übersichtsarbeit hat die Auswirkungen körperlicher Aktivität auf das psychische Wohlbefinden und die Lebensqualität während der Perimenopause und der frühen Postmenopause untersucht.

Für die Übersichtsarbeit werteten Forschende zwölf randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt mehr als 1.000 Frauen aus. Sie untersuchten, wie sich unterschiedliche Formen körperlicher Aktivität auf psychische Symptome und die Lebensqualität während der Perimenopause und frühen Postmenopause auswirken.

Aerobes Training wirkt besonders auf depressive Symptome

Die Forschenden teilten die untersuchten Bewegungsformen in zwei Gruppen ein: aerobes Training und sogenannte Mind-Body-Aktivitäten.

Zum aeroben Training gehörten unter anderem Gehen, Zumba, Aerobic, Tanzen und Taekwondo. Bei diesen Bewegungsformen zeigten sich die deutlichsten Effekte hinsichtlich depressiver Symptome und der allgemeinen Lebensqualität. Als mögliche Erklärung nennen die Forschenden unter anderem eine durch körperliche Aktivität angeregte Endorphinausschüttung, die sich positiv auf die Stimmung auswirken könnte.

Die aeroben Interventionen umfassten vergleichsweise wenige Trainingseinheiten. So sollten die Teilnehmerinnen in einer Studie dreimal pro Woche jeweils 30 Minuten spazieren gehen. In einer anderen Studie besuchten sie dreimal pro Woche einstündige Zumba-Kurse. Insgesamt absolvierten die Teilnehmerinnen je nach Art der Intervention mehrere Trainingseinheiten pro Woche.

Yoga und andere Mind-Body-Aktivitäten

Zu den Mind-Body-Aktivitäten zählten Yoga, Tai-Chi, Pilates und Dehnübungen. Hier zeigten sich besonders deutliche Verbesserungen der psychischen Lebensqualität. Achtsamkeit, Atemübungen und Körperwahrnehmung könnten nach Einschätzung der Forschenden dazu beitragen, die emotionale Regulation zu unterstützen.

Auch der soziale Aspekt der körperlichen Aktivität könnte zu den beobachteten Verbesserungen beigetragen haben. Die meisten Interventionen fanden in Gruppen statt und boten dadurch Möglichkeiten für soziale Kontakte und gegenseitige Unterstützung.

Die entsprechenden Interventionen waren aber teilweise zeitaufwendiger oder fanden häufiger statt als die aeroben Trainingsprogramme. In einer Studie nahmen die Frauen beispielsweise zweimal pro Woche an jeweils 75-minütigen Yoga-Einheiten teil. In einer anderen absolvierten sie täglich einstündige Yoga-Einheiten.

Effekte in Perimenopause und früher Postmenopause

Verbesserungen bei Depression, Stimmung und Lebensqualität zeigten sich besonders bei Frauen in der frühen Postmenopause. Auch während der Perimenopause war körperliche Aktivität mit einer Verbesserung depressiver Symptome verbunden.

Die Forschenden sehen körperliche Aktivität daher als eine mögliche niedrigschwellige und nichtmedikamentöse Option zur Unterstützung des psychischen Wohlbefindens in dieser Lebensphase. Sie könnte insbesondere für Frauen relevant sein, die keine Hormontherapie anwenden können oder möchten. Auch als Ergänzung zu medizinischen oder psychologischen Behandlungen kommt sie infrage.

„Körperliche Aktivität ist eine wirksame, zugängliche und nichtmedikamentöse Strategie zur Unterstützung des psychischen Wohlbefindens und der Lebensqualität in der Lebensmitte und Menopause“, sagt die Seniorautorin Aimee Spector vom University College London (Großbritannien).

Weitere Studien erforderlich

Welche Formen körperlicher Aktivität besonders geeignet sind und wie häufig und wie lange Frauen trainieren sollten, lässt sich anhand der bisherigen Daten noch nicht eindeutig beantworten.

Die Aussagekraft der Übersichtsarbeit ist zudem eingeschränkt, da sich die eingeschlossenen Studien teilweise deutlich voneinander unterschieden. Mehrere Studien wurden als mit einem hohen Verzerrungsrisiko behaftet bewertet. Weitere hochwertige randomisierte Studien sind daher erforderlich.

In die Übersichtsarbeit flossen Daten aus sieben Ländern ein: Brasilien, China, Tunesien, Indien, Iran, Südkorea und den USA.

(lj/BIERMANN)