Körperliche Aktivität verlängert krankheitsfreies Überleben bei Dickdarmkrebs7. November 2025 © Kzenon – stock.adobe.com (Symbolbild) Forschende aus Australien und Kanada untersuchten den Einfluss strukturierten Trainings nach Dickdarmkrebstherapie. Das Programm verbesserte das krankheitsfreie Überleben signifikant. Immer mehr präklinische Arbeiten und Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass körperliche und sportliche Betätigung die Heilungschancen bei Krebs wesentlich verbessern kann. Es fehlen jedoch immer noch eindeutige Beweise dafür. Nun führte ein Team von australischen und kanadischen Forschenden hierzu eine randomisierte klinische Phase-III-Studie durch. Sie teilten dafür Patienten mit reseziertem Dickdarmkrebs, die eine adjuvante Chemotherapie abgeschlossen hatten, über einen Zeitraum von drei Jahren entweder einem strukturierten Sport- und Trainingsprogramm (Trainingsgruppe) oder einem ausschließlichen Gesundheitsschulungsprogramm (Aufklärungsgruppe) zu. Der analysierte primäre Endpunkt war das krankheitsfreie Überleben (DFS). Im Zeitraum 2009–2024 wurden insgesamt 889 Patienten aus 55 Zentren in Kanada und Australien zufällig entweder in die Trainingsgruppe (445 Patienten) oder die Aufklärungsgruppe (444 Patienten) eingeteilt. Im Verlauf der medianen Nachbeobachtungszeit von 7,9 Jahren war das DFS in der Trainingsgruppe signifikant länger als in der Schulungsgruppe (Hazard Ratio [HR] für ein Krankheitsrezidiv, einen neuen Primärtumor oder Tod: 0,72; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,55–0,94; p=0,02). Das Fünf-Jahres-DFS betrug 80,3 Prozent in der Sportgruppe und 73,9 Prozent in der Gruppe mit einer Gesundheitserziehung (∆ von 6,4 Prozentpunkte; 95%-KI 0,6–12,2). Darüber hinaus sprechen diese Resultate für ein längeres OS in der Trainingsgruppe als in der Gruppe mit einer Gesundheitsaufklärung (HR für Tod 0,63; 95%-KI 0,43–0,94). Die Acht-Jahres-Rate für das Gesamtüberleben (OS) lag schließlich bei 90,3 Prozent in der Gruppe mit körperlicher Aktivität und bei 83,2 Prozent in der Aufklärungsgruppe (∆ 7,1-Prozentpunkte; 95%-KI 1,8–12,3). Unerwünschte Muskel-Skelett-Ereignisse traten in der Trainingsgruppe häufiger auf als in der Schulungsgruppe (18,5 vs. 11,5%). Ein strukturiertes Drei-Jahres-Sport- und Bewegungsprogramm, das kurz nach einer adjuvanten Chemotherapie bei Dickdarmkrebs eingeleitet wird, kann bei Betroffenen zu einem signifikant längeren DFS und besseren klinischen Outcomes führen, die mit einem längeren OS korrelieren. (je)
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