Koffein und Rosacea: Überraschender inverser Zusammenhang13. Mai 2019 © BillionPhotos.com – fotolia.com Koffein reduziert die Vasodilatation und besitzt immunsuppressive Wirkung, wodurch möglicherweise das Rosacea-Risiko verringert wird. Andererseits gelten Heißgetränke wie Kaffee als Trigger für einen Rosacea-Schub. Chinesische Epidemiologen haben in einer kürzlich im JAMA Dermatology publizierten Studie untersucht, inwieweit die Koffeinaufnahme mit dem Rosacea-Risiko in Verbindung steht. Die Autoren bedienten sich in der prospektiven Kohortenstudie der Daten aus einer 1989 angelegten Kohorte mit 82.737 Frauen; alle Daten zum Konsum von Kaffee, Tee, Limonaden und Schokolade wurden in einem 4-Jahres-Rhythmus erhoben. Die Informationen zu klinisch gefestigten Rosacea-Diagnosen wurden im Jahr 2005 gesammelt. Unter den 82.737 Frauen (Durchschnittsalter 50,5 Jahre) mit insgesamt 1.120.051 Personenjahren im Follow-up konnten 4.945 Fälle von Rosacea festgestellt werden. Nach Anpassung für verschiedene Risikofaktoren fanden die Autoren einen inversen Zusammenhang zwischen Koffeinaufnahme und dem Risiko für ein Auftreten der Rosacea (Risikoverhältnis für das höchste Quantil des Koffeinkonsums gegenüber dem niedrigsten: 0,76; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,69–0,84). Eine signifikante inverse Assoziation mit dem Rosacea-Risiko ergab sich auch hinsichtlich des Konsums von koffeinhaltigem Kaffee (Risikoverhältnis 0,77 [bei mehr als 4 Portionen/Tag gegenüber weniger als 1 Portion/Monat], 95 %-KI 0,69–0,87); dieses Verhältnis zeigte sich nicht beim Konsum von entkoffeiniertem Kaffee (Risikoverhältnis 0,80, 95 %-KI 0,56–1.14). Weitere Analysen ergaben, dass eine erhöhte Koffeinaufnahme aus Nahrungsmitteln abseits von Kaffee (Tee, Limonade, Schokolade) nicht signifikant mit einem reduzierten Rosacea-Risiko assoziiert ist. Die Autoren ziehen das Fazit, dass eine erhöhte Koffeinaufnahme durch Kaffeekonsum invers mit einem Risiko für Rosacea-Ereignisse assoziiert ist; die Ergebnisse sprächen nicht für eine Limitierung des Koffeinkonsums zum Schutz vor Rosacea. Weitere Studien sollten die zugrundeliegenden Mechanismen der Zusammenhänge erhellen, besonders auch bei anderen Populationen als der Studienpopulation. (am)
Mehr erfahren zu: "Lynch-Syndrom: Präventiver Impfstoff vielversprechend" Weiterlesen nach Anmeldung Lynch-Syndrom: Präventiver Impfstoff vielversprechend Der experimentelle Krebsimpfstoff NOUS-209 stimuliert das Immunsystem sicher dahingehend, Krebsvorstufen und -zellen bei Menschen mit Lynch-Syndrom gezielt anzugreifen. Dies geht aus einer aktuellen Studie in „Nature Medicine“ hervor.
Mehr erfahren zu: "Welttag der vernachlässigten Tropenkrankheiten" Welttag der vernachlässigten Tropenkrankheiten Anlässlich des Welttages der vernachlässigten Tropenkrankheiten am 30. Januar hat das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) ausgewählte Forschungsthemen vorgestellt – so auch zu den Erkrankungen Onchozerkose und Loiasis, die die […]
Mehr erfahren zu: "Wirkstoff aus Reiskleie stärkt Hautbarriere" Wirkstoff aus Reiskleie stärkt Hautbarriere Forschende entdeckten in Reiskleie drei bisher nicht bekannte Ceramide. Besonders Reis-Ceramid A stärkte die Hautbarriere in rekonstruierten humanen Keratinozytenmodellen.