Kombi-Behandlung für sichere Gentherapie gegen Krebs12. November 2021 Bild: ©gritsalak – stock.adobe.com Freiburger Forschende haben einen Weg gefunden, wie die Wirkung der neuartigen CAR-T-Zell-Therapie bei Leukämie verstärkt und das Risiko eines Rezidivs reduziert werden könnte. Körpereigene Immunzellen im Labor scharf machen gegen den Krebs: Das ist das Prinzip der CAR-T-Zelltherapie, die bereits heute bei bestimmten behandlungsresistenten Krebsformen, wie der Akuten lymphatischen Leukämie sehr erfolgreich eingesetzt wird. Allerdings tritt bei einem Teil der Patienten der Krebs wieder auf, weil die CAR-T-Zellen mit der Zeit erschöpft sind. Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg haben nun gemeinsam mit australischen Kollegen im Tiermodell gezeigt, dass das bereits zugelassene Medikament Azacitidin die T-Zell-Erschöpfung und das Leukämie-Rückfall-Risiko stark reduziert. Zusätzlich erkennen die CAR-T-Zellen durch Azacitidin-Gabe die Krebszellen besser. Die Studie erschien am 10. November 2021 im Online-Fachmagazin “Nature Communications”.„Die von uns entwickelte Kombi-Behandlung könnte ein wichtiger Schritt sein, damit wir wesentlich mehr Krebspatienten mit der CAR-T-Zelltherapie helfen können“, sagt Prof. Robert Zeiser, Leiter der Abteilung für Tumorimmunologie und Immunregulation in der Klinik für Innere Medizin I am Universitätsklinikum Freiburg und Leiter des deutsch-australischen Forschungsteams. Insbesondere konnten die Wissenschaftler zeigen, dass das Wiederauftreten der Akuten myeloischen Leukämie (AML) nach einer CAR-T-Zelltherapie wirksam verhindert werden konnte.Das eingesetzte Medikament wirkt epigenetisch, es entfernt also Lesemarker am Erbgut der Zellen und sorgt so für eine verstärkte Aktivierung bestimmter Gene. Durch die Behandlung bildeten die Krebszellen mehr von einem bestimmten Oberflächenprotein, wodurch sie wiederum besser von den CAR-T-Zellen erkannt wurden. „Den Krebszellen wird sozusagen das Deckmäntelchen entzogen und sie werden sichtbar für das Immunsystem“, so Zeiser. Weitere Studien müssen nun klären, ob der Ansatz auch im Menschen sicher und wirksam ist. Publikation: Demethylating therapy increases anti-CD123 CAR T cell cytotoxicity against acute myeloid leukemiaDOI: 10.1038/s41467-021-26683-0 https://www.nature.com/articles/s41467-021-26683-0
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