Kombinationstherapie verdoppelt Überleben bei unbehandeltem lokal fortgeschrittenen, metastasierten Blasenkarzinom25. Oktober 2023 Blasenkrebszellen. Illustration: PRB ARTS – stock.adobe.com In einer aktuellen Studie konnte die Kombinationstherapie aus Enfortumab Vedotin mit Pembrolizumab (EV+P) gegenüber Chemotherapie das Überleben bei zuvor unbehandeltem lokal fortgeschrittenen, metastasierten Urothelkarzinom (la/mUC) nahezu verdoppeln. Die Ergebnisse der offenen, randomisierten Phase-III-Studie EV-302 wurden beim Kongress der European Society of Medical Oncology (ESMO) vom 20.-24.10.2023 in Madrid (Spanien) vorgestellt. Die Daten unterstützen nach Ansicht der Autoren den Einsatz der Kombinationstherapie als neue Standardbehandlung bei la/mUC. Bisher ist die platinbasierte Chemotherapie der Standard. Deren langfristige Ergebnisse lassen jedoch zu wünschen übrig. Patienten mit zuvor unbehandeltem la/mUC (unabhängig von der Expression des Programmed Cell Death 1 Ligand 1 [PD-L1]) wurden im Verhältnis 1:1 per Zufall auf zwei Gruppen verteilt. Die eine Gruppe erhielt dreiwöchige Zyklen von Enfortumab Vedotin (1,25 mg/kg i.v., verabreicht an den Tagen 1 und 8) mit zusätzlichem Pembrolizumab (200 mg i.v.) an Tag 1; die andere Gruppe wurde mit Gemcitabin plus Cisplatin oder Carboplatin behandelt. Duale primäre Endpunkte waren das progressionsfreie Überleben (PFS) gemäß Response Evaluation Criteria in Solid Tumors (RECIST), Version 1.1, in verblindeter zentraler Beurteilung und das Gesamtüberleben (OS). Zu den ausgewählten sekundären Endpunkten gehörten die Gesamtansprechrate (ORR) und die Sicherheit. 886 Patienten (EV+P: 442; Chemotherapie: 444) wurden randomisiert. Die Charakteristika der Patienten waren zwischen den beiden Therapiearmen ausgeglichen. Zum Zeitpunkt des Datenschnittes betrug die mittlere Nachbeobachtungszeit 17,2 Monate. Das PFS war mit EV+P im Vergleich zur Chemotherapie signifikant verlängert, was das Risiko einer Progression oder eines Todes um 55 Prozent verringerte (medianes PFS 12,5 Monate bzw. 6,3 Monate; HR 0,45; 95%-Konfidenzintervall [KI]: 0,38–0,54]; p<0,00001). Das OS war mit EV+P im Vergleich zur Chemotherapie signifikant verlängert, dadurch reduzierte sich das Sterberisiko um 53 Prozent (medianes OS 31,5 Monate vs. 16,1 Monate; HR 0,47; 95%-KI: 0,38–0,58; p<0,00001). Die bestätigte ORR betrug 67,7 Prozent bzw. 44,4 Prozent im EV+P- bzw. Chemotherapie-Arm (p<0,00001). Behandlungsbedingte unerwünschte Wirkungen (TRAEs) vom Grad ≥3 traten bei 55,9 Prozent der Patienten unter EV+P und bei 69,5 Prozent unter Chemotherapie auf. Am häufigsten waren makulopapulöser Ausschlag (7,7%), Hyperglykämie (5,0%) und Neutropenie (4,8%) bei EV+P sowie Anämie (31,4%), Neutropenie (30,0%) und Thrombozytopenie (19,4%) bei Chemotherapie. Zu den häufigsten (≥5%) TRAEs vom Grad ≥3, die für Enfortumab Vedotin von besonderem Interesse sind, gehörten Hautreaktionen (15,5%), periphere Neuropathie (6,8%) und Hyperglykämie (6,1%). Bei Pembrolizumab zählten insbesondere schwere Hautreaktionen (11,8%) zu den häufigsten TRAEs vom Grad ≥3. Die Autoren halten das Sicherheitsprofil für „im Allgemeinen beherrschbar“, es habe keine neuen Sicherheitssignale gegeben. (ms)
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