Kombinierte Immuntherapie macht “kalte” Prostatatumoren zu “heißen”

T-Zellen bekämpfen Krebszellen. Illustration: Spectral-Design – stock.adobe.com

Chinesische Wissenschaftler haben den Prostaglandin-E2-Rezeptor 4 (EP4) als spezifisches Ziel für die Immuntherapie gegen Prostatakrebs identifiziert.

Die Forscher konnten zeigen, dass der neuartige EP4-Antagonist YY001 das Wachstum von Prostatatumoren hemmte, indem er die Immunmikroum­gebung regulierte und stark mit Antikörpern gegen PD-1 (Programmed Cell Death Protein 1) synergierte. Die Folge waren eine deutliche Tumorregression, verlängertes Überleben und ein dauerhaftes immunologisches Gedächtnis.

Die Arbeitsgruppe um Shancheng Ren von der Abteilung für Urologie am Shanghai Changzheng Hospital untersuchte die Transkriptomprofile einzelner Zellen aus Patientenproben zusammen mit einer integrierten ­Analyse ­mehrerer RNA-Sequenzierungs­datensätze. Die Antitumoraktivität von YY001 in Kombination mit einem gegen PD-1 gerichteten Antikörper testeten sie sowohl in vitro als auch in vivo.

Nachdem sie EP4 als Zielstruktur identifiziert hatten, wiesen die Forscher nach, dass YY001 die Differenzierung, Reifung und immunsuppressive Funktion myeloischer Suppressorzellen (MDSC) hemmte, während es die Proliferation und Antikrebsfunktionen von T-Zellen verstärkte. Darüber hinaus kehrte es die Infiltrationsraten von MDSCs und T-Zellen in der Tumormikro­umgebung um.

Die kombinierte Therapie erzielte eine robuste Antitumor-Immunantwort; dies zeigte sich an der starken Akkumulation und Aktivierung von zytotoxischen CD8+-T-Zellen sowie einem signifikant verringerten MDSC-Anteil und einer verminderten MDSC-Immunsuppressionsfunktion.

(ms)