Komplikationen bei jungen Patienten mit Typ-1-Diabetes

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Frühkomplikationen treten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes häufiger auf als erwartet. Die Identifizierung von Personen mit entsprechenden Risikofaktoren könnte gezielte verhaltensbezogene oder medizinische Interventionen ermöglichen, die die Wahrscheinlichkeit einer frühen Entwicklung einer lebenslangen, diabetesbedingten Morbidität verringern. Das geht aus einer Beobachtungskohortenstudie mit 1327 Teilnehmern hervor, bei denen vor dem 20. Lebensjahr ein Typ-1-Diabetes diagnostiziert worden war. Das Durchschnittsalter der Studienteilnehmer betrug zum Zeitpunkt der Typ-1-Diagnose 10,1 ±3,9, zum Zeitpunkt der Nachsorge waren sie 18,0 ±4,1 Jahre alt.

Nach einer durchschnittlichen Diabetesdauer von 7,8 ±1,9 Jahren wurde bei 78 (5,9%) Teilnehmern das Auftreten von ≥2 Komplikationen beobachtet, häufiger als nur durch Zufall zu erwarten gewesen wäre (n=58 [4,4%]; p=0,015). Die Komplikationen, die häufiger gemeinsam auftraten als zu erwarten war, waren Retino­pathie und diabetische Nieren­erkrankung (11 [0,8%] vs. 3 [0,2%]; p=0,0007), Retinopathie und arterielle Steifigkeit (13 [1,0%] vs. 4 [0,3%]; p=0,0016) sowie arterielle Steifigkeit und kardiovaskuläre autonome Neuro­pathie (24 [1,8%] vs. 13 [1,0%]; p=0,015).

Vier Cluster zeichneten sich durch eine fortschreitende Verschlechterung der metabolischen Risikofaktorenprofile aus: längere Dauer des Diabetes und mehr glykiertes Hämoglobin, Nicht-HDL-Cholesterin und Verhältnis von Taille zu Körpergröße. Die Prävalenz von ≥2 Komplikationen nahm in den Clustern zu: 6/261 [2,3%] im Cluster mit geringem Risiko, 32/509 [6,3%] im Cluster mit mittlerem Risiko, 28/348 [8%] im Cluster mit hohem Risiko und 5/24 [20,8%] im Cluster mit dem höchsten Risiko.

Die Cluster mit hohem und höchstem Risiko umfassten einen höheren Anteil an Teilnehmern, die ein Haushaltseinkommen von weniger als 50.000 US-Dollar und keine Krankenversicherung hatten.

Fazit
Frühkomplikationen treten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes häufiger auf als erwartet. Die Identifizierung von Personen mit nachteiligen Risikofaktoren könnte gezielte verhaltensbezogene oder medizinische Interventionen ermöglichen, die die Wahrscheinlichkeit einer frühen Entwicklung einer Morbidität im Zusammenhang mit Diabetes verringern. (ej)

Autoren: Sauder K et al.
Korrespondenz: Department of Pediatrics, University of Colorado School of Medicine, Aurora, USA; [email protected]
Studie: Co-occurrence of early diabetes-related complications in adolescents and young adults with type 1 diabetes: an observational cohort study
Quelle: Lancet Child Adolesc Health 2019;3(1):35–43.
Web: https://doi.org/10.1016/S2352-4642(18)30309-2