Kompressionsverbände bei Unterschenkelulzera: Einmalige Schulung nicht ausreichend

Kompressionsverband
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Eine einstündige Schulung verbessert die Anlage von Kompressionsverbänden nicht nachhaltig. Studienergebnisse zeigen: Für langfristige Kompetenz sind wiederholte Praxis, Feedback und klinischer Kontext entscheidend.

Venöse Unterschenkelulzera (Ulcus cruris venosum, VLU) sind eine wesentliche Komplikation der chronischen Venenerkrankung, wobei die Kompressionstherapie den Goldstandard der Behandlung darstellt. Forscherinnen aus Grenoble untersuchten nun den Effekt einer einstündigen Schulung bei fortgeschrittenen Pflegefachkräften (APN) auf die Qualität bei der Anlage von 2 verschiedenen Kompressionsverbänden (System A oder System B) an einem Modellbein.

Die Schulung erwies sich als unzureichend, um eine dauerhafte Verbesserung der Fertigkeiten zu erreichen. Die im „International Wound Journal“ veröffentlichten Ergebnisse unterstreichen nach Ansicht der Autorinnen die Notwendigkeit wiederholter Gruppenpraxis, strukturierter Rückmeldungen und der Einbettung in relevante klinische Kontexte, um die Kompetenz in der Anlage von Kompressionsverbänden zu verbessern.

Offene Studie mit 50 Teilnehmenden

Der primäre Endpunkt war der Kontrollwert der Kompressionsbandagierung (CCB-Score 0–7). Zu den sekundären Endpunkten gehörten die Anlegekonformität, die Anlegezeit und die Zufriedenheit. Das Team führte eine offene, randomisierte Studie mit 50 APN durch, davon 25 in der Kontrollgruppe. Innerhalb jeder Gruppe verwendeten 13 Teilnehmende System A und 12 System B.

Zu Studienbeginn lag der mittlere CCB-Score bei 3,78, mit einer Anlegekonformität von 52 Prozent. Die Intervention verbesserte den CCB-Score im Vergleich zur Kontrollgruppe nicht signifikant (adjustierte Differenz -0,43; 95%-Konfidenzintervall -1,01 bis 0,15). Es wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Art der Bandage und der Intervention im Hinblick auf die Anlegekonformität festgestellt (p=0,007).

Nur kurzzeitige Verbesserung erkennbar

Die Intervention zeigte eine Tendenz zur Verbesserung der Konformität mit System B (angepasste Odds Ratio [OR]=5,76), aber eine Tendenz zur Verringerung der Konformität mit System A (angepasste OR=0,14). Die nach einem Monat beobachteten Verbesserungen waren nach 3 Monaten nicht mehr nachweisbar. Zudem nahm die Anlegezeit im Verlauf des Follow-up ab, wobei System B effizienter angelegt wurde als System A. (ins)