Konserviertes mikrobielles Netzwerk unterstützt die Zersetzung von Leichen

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Der mikrobielle Abbau organischer Stoffe ist einer der wichtigsten Prozesse auf der Erde, doch über die Kontrollprozesse der Zersetzung von Leichen gab es noch Unklarheiten.

Die Wissenschaftler einer aktuellen Studie verfolgten 36 Leichen an drei verschiedenen Standorten nach und fanden heraus, dass es während der Zersetzung trotz Selektionseffekten von Standort, Klima und Jahreszeit ein phylogenetisch unterschiedliches, interdomänenübergreifendes mikrobielles Netzwerk gibt.

Es gelang im Rahmen der Studie zudem eine aus Metagenomen zusammengesetzte Genombibliothek aus mit Leichen assoziierten Böden zu erstellen und durch Integration mit Metabolomikdaten Zusammenhänge zwischen Taxonomie und Funktion zu identifizieren. Das gefundene universelle Netzwerk mikrobieller Zersetzer zeichnet sich dabei durch gegenseitige Einspeisung aus, um labile Zersetzungsprodukte zu metabolisieren.

Die wichtigsten bakteriellen und pilzlichen Zersetzer kommen außerdem in nicht zersetzenden Umgebungen selten vor und scheinen nur beim Zerfall von verwesenden Kadavern an Land (neben Menschen auch bei Schweinen, Mäusen und Rindern) vorzukommen, wobei Insekten wahrscheinlich wichtige Vektoren für die Ausbreitung sind. Der nun beobachtete Ablauf mikrobieller Wechselwirkungen kann den Studienautoren zufolge außerdem als robustes mikrobielles forensisches Instrument verwendet werden, das das Potenzial zur Bestimmung des Todeszeitpunktes bietet.