Kopf-Hals-Tumoren: Therapie mit Ficlatuzumab plus Cetuximab3. Januar 2024 Foto: RFBSIP/stock.adobe.com Bei HPV-Negativität und hoher cMet-Expression ist die Gabe von Ficlatuzumab plus Cetuximab bei panrefraktären rezidivierten/metastasierten Kopf-Hals-Tumoren vielversprechend, so das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie. Die primäre oder erworbene Resistenz gegen den monoklonalen EGFR*-Antikörper Cetuximab verringert seinen Nutzen bei rezidivierten/metastasierten Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals-Bereich (HNSCC). Wie Forscher um Prof. Julie E. Bauman, Direktorin des GW Cancer Centers in Washington, USA, berichten, ist eine fehlerhafte Aktivierung des Hepatozyten-Wachstumsfaktors/cMet-Signalwegs ein etablierter Resistenzmechanismus. Das Abzielen auf 2 Signalwege könne evt. Resistenzen überwinden. In ihrer multizentrischen, randomisierten, nichtvergleichenden Phase-II-Studie untersuchten die Wissenschaftler Ficlatuzumab, einen monoklonalen Antikörper gegen den Hepatozyten-Wachstumsfaktor, mit oder ohne Cetuximab beim rezidivierten/metastasierten HNSCC. Als primären Endpunkt hatten die Autoren das mediane PFS festgelegt; ein Arm erfüllte die Signifikanzkriterien, wenn die Untergrenze des 90 %-KI die historische Kontrolle von 2 Monaten ausschloss. Wichtige Auswahlkriterien waren ein HNSCC mit bekanntem Status hinsichtlich Humaner Papillomviren (HPV), Cetuximab-Resistenz (Progression innerhalb von 6 Monaten nach der Exposition im definitiven oder rezidivierten/metastasierten Setting) und Resistenz gegen Platin und einen monoklonalen PD-1-Antikörper. Zu den sekundären Endpunkten gehörten die ORR, die Toxizität und der Zusammenhang zwischen HPV-Status und cMet-Überexpression mit der Wirksamkeit. Von 2018–2020 wurden 60 Patienten randomisiert (27 für die Mono- und 33 für die Kombinationstherapie) und 58 behandelt. Die Studienarme seien im Hinblick auf wichtige prognostische Faktoren ausbalanciert gewesen, schildert das Team. Während der Monotherapie-Arm wegen Futility vorzeitig geschlossen wurde, erfüllte der Kombinationsarm vorab festgelegte Signifikanzkriterien mit einem medianen PFS von 3,7 Monaten (untere Grenze 90 %-KI 2,3 Monate; P=0,04); Die ORR beziffern die Autoren auf 6/32 (19 %), inkl. 2 CR und 4 PR. Die explorativen Analysen beschränkte das Team auf den Arm mit Kombinationstherapie: In der HPV+ bzw. HPV- Subgruppe betrug das mediane PFS 2,3 vs. 4,1 Monate (P=0,03) und die ORR 0/16 (0 %) vs. 6/16 (38 %; P=0,02). Außerdem stellte das Team fest, dass die Überexpression von cMet mit einem verringerten Risiko einer Progression bei HPV-, nicht jedoch bei HPV+ Erkrankungen verbunden war (PInteraktion=0,02). „Überraschenderweise traten alle Therapieantworten bei Patienten mit HPV- Kopf-Hals-Krebs auf, mit einer Ansprechrate von 38% in dieser Subgruppe“, kommentierte Baumann die Ergebnisse. Das sei besonders erfreulich, da diese Patientengruppe das schlechteste OS zeige. In dieser bereits in großem Umfang vortherapierten Gruppe wäre eine Ansprechrate von 5 % zu erwarten gewesen, so Bauman weiter. (sf/ja)*Epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor
Mehr erfahren zu: "Qualität der chirurgischen Weiterbildung messen" Qualität der chirurgischen Weiterbildung messen Ein Positionspapier zur chirurgischen Weiterbildung des Perspektivforums Junge Chirurgie der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) schlägt Qualitätsindikatoren vor, um Versorgungsqualität zu sichern und Nachwuchs zu fördern.
Mehr erfahren zu: "Mikrobiom in Mund und Dünndarm schützt vor schweren allergischen Reaktionen" Mikrobiom in Mund und Dünndarm schützt vor schweren allergischen Reaktionen Eines der großen Rätsel bei Lebensmittelallergien ist, warum zwei Personen mit ähnlichen Spiegeln an Erdnuss-spezifischen Antikörpern ganz unterschiedlich auf das Allergen reagieren können. Die Antwort könnte im Mikrobiom von Mund […]
Mehr erfahren zu: "Allgemeines cCMV-Screening von Neugeborenen: Leichte Hörminderung früher erkennen" Allgemeines cCMV-Screening von Neugeborenen: Leichte Hörminderung früher erkennen Im US-Bundesstaat Minnesota gibt es ein allgemeines Neugeborenen-Screening auf eine konnatale Zytomegalievirusinfektion (cCMV-Screening). Eine Studie zeigt: Audiologische Evaluationen erfolgten früher und mehr Fälle von leichter Hörminderung wurden identifiziert.