Koreanische Studie zu Myokarditis durch COVID-19-Impfung

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In einer umfassenden landesweiten Studie gingen Wissenschaftler aus Südkorea der Inzidenz und den Folgen einer durch die COVID-19-Impfung ausgelösten Myokarditis (VRM) nach. Unter >44 Mio. Geimpften war eine solche Nebenwirkung mit 480 bestätigten Fällen insgesamt selten.

Ein Großteil der VRM zeigte zwar relativ günstige Verläufe, bei knapp 20% kam es jedoch zu einem schweren Verlauf. Die Studienautoren empfehlen, den Plötzlichen Herztod (SCD) als potenziell tödliche Komplikation der COVID-19-Impfung im Blick zu behalten, speziell bei Männern <45 Jahren, die einen mRNA-Impfstoff erhalten haben.

Die Forscher um Jae Yeong Cho, Department of Cardiovascular Medicine, Chonnam National University Medical School in Gwangju (Südkorea), ermittelten unter 44.276.704 Personen mit ≥1 SARS-CoV-2-Impfung die Inzidenz und den klinischen Verlauf von 480 VRM-Fällen, die durch das Expert Adjudication Committee der Korea Disease Control and Prevention Agency bestätigt wurden (1,08 Fälle pro 100.000 Geimpfte).

Die Inzidenz einer VRM war bei Männern signifikant höher als bei Frauen (1,35 vs. 0,82 pro 100.000 Geimpfte; p<0,001) und bei mRNA-Impfstoffen höher als bei anderen Impfstoffen (1,46 vs. 0,14 pro 100.000 Geimpfte, p<0,001). Außerdem waren junge Männer im Alter von 12–17 Jahren am häufigsten betroffen (5,29 Fälle pro 100.000 Geimpfte) und Frauen >70 Jahren am seltensten (0,16 Fälle pro 100.000 Geimpfte).

Eine schwere VRM wurde in 95 Fällen (19,8% der gesamten VRM; 0,22 pro 100.000 Geimpfte) festgestellt. Davon war bei 85 Personen (17,7%) eine intensivmedizinische Behandlung nötig, 36 (7,5%) hatten eine fulminante Myokarditis, bei 21 (4,4%) musste eine extrakorporale Membranoxygenierungstherapie durchgeführt werden, es kam zu 21 Todesfällen (4,4%) und 1 Herztransplantation (0,2%). Bei 8 der 21 Todesfälle handelte es sich um einen SCD, der durch eine Autopsie nachgewiesen wurde, und alle Personen mit SCD, der auf VRM zurückzuführen war, waren <45 Jahre alt und hatten mRNA-Impfstoffe erhalten.

Fazit
Obwohl die durch die COVID-19-Impfung ausgelöste Myokarditis selten war und relativ günstige klinische Verläufe aufwies, wurde in 19,8% der Fälle ein schwerer Verlauf festgestellt. Außerdem sollte Plötzlicher Herztod als potenziell tödliche Komplikation der COVID-19-Impfung genau überwacht werden. (ah)

Autoren: Cho JY et al.
Korrespondenz: Kye Hun Kim; [email protected]
Studie: COVID-19 vaccination-related myocarditis: a Korean nationwide study
Quelle: Eur Heart J 2023;44(24):2234–2243.
Web: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehad339