Koronare Entzündung: Nachweis über Bilder des perivaskulären Fettes möglich14. Dezember 2017 Symbolbild: © abhijith3747 – fotolia.com Theoretisch könnte der frühe Nachweis vaskulärer Entzündung die Entwicklung gezielter Strategien zur Prävention oder Behandlung mehrerer Krankheitszustände ermöglichen. Doch mit den üblichen Bildgebungsmodalitäten ist eine vaskuläre Entzündung nicht nachweisbar. Wissenschaftler um Alexios Antonopoulos von der University of Oxford stellten nun die Hypothese auf, dass phänotypische Veränderungen im perivaskulären adipösen Gewebe (PVAT), die durch eine Gefäßentzündung induziert werden, mit einer neuen computergestützten CT-Angiographie-Methodik quantifiziert werden könnten. Das Forscherteam konnte in einer aktuellen Untersuchung nun zeigen, dass entzündete menschliche Blutgefäße Zytokine freisetzen, die einer Lipid-Akkumulation in aus PVAT stammenden Präadipozyten in vitro, ex vivo und in vivo vorbeugen. Antonopoulos und seine Kollegen entwickelten eine 3-dimensionale PVAT-Analyse-Methode und untersuchten CT-Bilder von Explantaten humanen Fettgewebes von 453 Patienten, die sich einer Herzoperation unterzogen. Dabei setzten sie die ex-vivo-Bilder mit in-vivo-CT-Scan-Informationen zur Biologie der Explantate in Beziehung. Auf diese Weise entwickelten sie ein Maß für die Bildgebung, den CT Fat Attenuation Index (FAI), mit dem sich der Lipidinhalt der Adipozyten und ihre Größe beschreiben lassen. Ihre Untersuchungen zeigten, dass der FAI eine ausgezeichnete Sensitivität und Spezifität zum Nachweis einer Gewebeentzündung besitzt, beurteilt anhand der Aufnahme von 18F-Fluordeoxyglukose in der Positronenemissionstomographie. Ferner identifizierte der FAI-Gradient rund um humane Koronararterien in einer Validierungskohorte mit 273 Personen in vivo eine frühe, subklinische koronare Herzkrankheit. Auch detektierte er dynamische Veränderungen des PVAT in Reaktion auf Schwankungen der Gefäßentzündung und entzündete, vulnerable atherosklerotische Plaques während akuter Koronarsyndrome. Ihre Studie habe gezeigt, dass menschliche Gefäße parakrine Effekte auf das umgebende PVAT ausüben, die die lokale intrazelluläre Lipidakkumulation in Präadipozyten betreffen, so die Autoren. Dies könne mittels CT-Bildgebung überwacht werden. Diese Methodik könne in der klinischen Praxis implementiert werden, um nicht invasiv die Plaque-Instabilität in humanen Herzkranzgefäßen nachzuweisen, ergänzen sie. Autoren: Antonopoulos AS et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Detecting human coronary inflammation by imaging perivascular fat Quelle: Sci Transl Med 2017;9(398). pii: eaal2658. Web: dx.doi.org/10.1126/scitranslmed.aal2658