“Kräfte bündeln für eine bessere Schmerzversorgung”

Erstmalig haben sich im Rahmen des 29. Schmerz- und Palliativtags die Präsidenten der drei großen Schmerzgesellschaften mit dem Ziel getroffen, Probleme und künftige Aufgaben zu identifizieren und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

Trotz aller Erfolge in den vergangenen Jahren – die Versorgung von Schmerzpatienten ist in Deutschland immer noch nicht ausreichend. Verbesserungen können nur eintreten, wenn die Fachgesellschaften an einem Strang ziehen und ihre Kräfte bündeln.

Erstmalig trafen sich deshalb im Rahmen des 29. Schmerz- und Palliativtags die Präsidenten der drei großen Schmerzgesellschaften Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) e.V., Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland (BVSD) e.V. und Deutsche Schmerzgesellschaft (DSG) e.V. mit dem Ziel, sich trotz aller Differenzen auf die Gemeinsamkeiten zu besinnen und unabhängig von Verbandsgrenzen für eine bessere Schmerzversorgung an einem Strang zu ziehen. Das war jahrelang nicht möglich – zu unterschiedlich sind die Historie der Entstehung sowie die Schwerpunkte in der Arbeit und Art der Umsetzung.

Nun sollen in einer gemeinsamen Initiative sowohl die Interessen der Schmerzpatienten als auch der Schmerzmediziner nachhaltiger vertreten werden, auch auf politischer Ebene. “Wichtig ist, dass wir trotz unserer unterschiedlichen Herangehensweisen nach Außen hin mit einer Stimme sprechen und unsere gemeinsamen Ziele mit gebündelter Kraft verfolgen”, erklärte der neue DGS-Präsident Dr. Johannes Horlemann. Auch der Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft, Prof. Martin Schmelz, begrüßte den gemeinsamen Vorstoß: “Jeder Mensch hat das Recht auf eine angemessene Schmerzlinderung. Gemeinsam können wir die Herausforderungen meistern und die Schmerzversorgung verbessern.”

Die dringendsten Aufgaben, darin waren sich alle drei Präsidenten bei dieser ersten Bestandsaufnahme einig, liegen in der Verbesserung der Schmerzversorgung in der Breite und in der Sicherung der Praxen bzw. des Nachwuchses durch eine attraktivere Gestaltung des Fachgebiets. Dazu gehört unter anderem, die Arbeit in diesem Fachgebiet besser zu entlohnen, bürokratische Hürden bei Zulassungen und Prüfungen abzubauen und eine Bedarfsplanung einzufordern.

“Die Sicherung der Bedarfsplanung funktioniert nur über den Facharzt-Status”, ist sich BVSD-Präsident Prof. Joachim Nadstawek sicher. Wie auch in der Palliativmedizin besteht schon lange die Forderung nach einem eigenen Facharzt, der die Zersplitterung der Fachgebiete aufhebt. Hier gilt es laut PD Dr. Michael Überall, Präsident der Deutschen Schmerzliga e.V., der die Diskussionsrunde moderierte, auch Vorurteile abzubauen. “Schmerztherapeuten nehmen niemandem die Patienten weg, sie behandeln diejenigen, bei denen andere mit ihrem Teilgebiet nicht mehr weiterkommen. Da werden wir auch an unserer Kommunikation arbeiten müssen.”

Quelle
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.
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