„Krankenhausstrukturreform muss wie geplant mit der Reform der Notfallversorgung einhergehen“24. Mai 2023 Bild: ©natali_mis – stock.adobe.com Anlässlich der geplanten Krankenhausstrukturreform warnt das Bündnis pro Rettungsdienst vor einer Trennung der Reformen. Die Auswirkungen auf den Rettungsdienst seien bislang nicht berücksichtigt worden, dies könne zur weiteren Überlastung des Systems führen. Daher fordert das Bündnis Pro Rettungsdienst in einer aktuellen Mitteilungen, die notwendigen Reformen aufeinander abgestimmt anzugehen und die gegenseitigen Auswirkungen zu betrachten. Die Krankenhausstrukturreform müsse wie geplant mit der Reform der Notfallversorgung einhergehen. „Die Bundesländer haben sich jedoch auf der Amtschefkonferenz dagegen ausgesprochen, die Krankenhausstrukturreform und die Reform der Notfallversorgung zusammen zu bearbeiten“, heißt es dort. Die geplante Krankenhausstrukturreform sieht auf Grundlage des Vorschlags der Regierungskommission vor, Krankenhäuser in verschiedene Leistungsgruppen und Versorgungsstufen einzuteilen. Dies würde bedeuten, dass etliche Krankenhäuser bestimmte Leistungen nicht mehr anbieten können, erklärt das Bündnis. Für die Patientinnen und Patienten hieße dies, dass sie je nach Erkrankung nicht mehr jedes Krankenhaus in Anspruch nehmen könnten, dafür aber in das fachlich besser geeignete kämen. „Die Krankenhausreform würde ohne gleichzeitige Reform der Notfallversorgung die Lage im Rettungsdienst verschärfen“, sagt Frank Flake, zweiter Vorsitzender des Deutschen Berufsverbands Rettungsdienst. “ Die Folge für den Rettungsdienst: längere Fahrtzeiten bzw. Abwesenheitszeiten, was in der Folge bei gleichbleibender Auslastung weniger Rettungsmittel bedeutet. „Allerdings steigt die Anzahl der Einsätze seit Jahren kontinuierlich an, in manchen Bereichen um bis zu 20 Prozent. Dies bedeutet, dass mehr Rettungsmittel angeschafft und vor allem besetzt werden müssen, um die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist (je nach Bundesland von 8 bis 15 Minuten) sicherstellen zu können“, ergänzt Flake. Andererseits sieht das Bündnis pro Rettungsdienst in mehr Fahrzeuge und mehr Personal nicht die Lösung. Seit Jahren werde dem steigenden Einsatzaufkommen mit mehr Rettungsmitteln und Einsatzpersonal begegnet. Vielmehr sieht das Bündnis den Kern des Problems in unnötigen Einsätzen, denn ein Großteil der Einsätze sei kein Notfalleinsatz. Der Rettungsdienst und die Notaufnahmen würden hierdurch unnötig belastet. Fachpersonal sei wie in anderen Berufen knapp und Mitarbeiter im Rettungsdienst verließen aufgrund der Arbeitsbelastung den Beruf schon nach wenigen Jahren. Um dem entgegen zu wirken, müssten alle an der Notfallversorgung Beteiligten mit eingebunden werden. „Viele Rettungseinsätze und viele Behandlungen in den Notaufnahmen sind nicht zeitkritisch. Daher müssen zielgerichtete Hilfsangebote geschaffen werden und alle an der Notfallversorgung Beteiligten müssen vernetzt werden, um die Patienten bestmöglich zu beraten und in die richtige Behandlungseinrichtung zu steuern“, erklärt das Bündnis. Das Bündnis pro Rettungsdienst fordert aus diesem Grund unter anderem, gemeinsame Leitstellen für die Notrufnummern 112 und 116117 mit abgestimmten standardisierten und strukturierten Notrufabfragen, Telefonreanimation und Gesundheitsberatung verpflichtend einzurichten.Außerdem müssten bei den notwendigen Reformen alle Akteure der ambulanten, stationären und rettungsdienstlichen Notfallversorgung in Deutschland beteiligt werden. Mitglieder im Bündnis pro Rettungsdienst sind: Björn Steiger Stiftung, Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands, Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft, Deutsche Gesellschaft für Rettungswissenschaften, Deutscher Berufsverband Rettungsdienst, Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes.
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