Krebs bei Männern: Risiken und Ungleichheiten bis 2050

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Ob der Griff zu Zigarette und Alkohol oder Outdoor-Arbeit mit zu wenig Sonnenschutz – bei Männern ist die Prävalenz veränderbarer Risikofaktoren höher, mehr Krebsfälle und geringere Überlebensraten sind die Folge.

Eine aktuelle Analyse von 30 Krebsarten bei Männern im Jahr 2022 ergab erhebliche Ungleichheiten bei Krebserkrankungen und Todesfällen, die sich bis 2050 voraussichtlich noch vergrößern werden. Um global die Unterschiede zu verringern, führt das Team um Dr. Habtamu Mellie Bizuayehu von der University of Queensland in Brisbane, Australien, eine Reihe von Maßnahmen an. Dazu zählen die Stärkung der Gesundheitsinfrastruktur, die Verbesserung der Qualität der Arbeitskraft und des Zugangs, die Förderung nationaler und internationaler Zusammen­arbeit sowie einer all­gemeinen Krankenversicherung.

Um Krebsstatistiken für Männer in 185 Ländern/Gebieten weltweit zu beschreiben, nutzten die Autoren die GLOBOCAN-Schätzungen für 2022. Die Mortalitäts-Inzidenz-Verhältnisse (MIRs) berechneten sie, indem sie die altersstandardisierten Mortalitätsraten durch die Inzidenzraten teilten.

Dabei kamen sie für das Jahr 2022 bei älteren Männern (≥65 Jahre; 61%) auf ein hohes MIR (was auf eine geringe Überlebensrate hinweist) für seltene Krebsarten (Bauchspeichel­drüsenkrebs, 91%), ebenso in Ländern mit einem niedrigen Human Development Index (HDI; 74%).

Ihren Berechnungen zufolge werden die Krebsfälle zwischen 2022 und 2050 voraussichtlich von 10,3 Mio. auf 19 Mio. (≥84%) steigen. Ferner kalkulierten die Forscher, dass die Zahl der Todesfälle voraussichtlich von 5,4 Mio. auf 10,5 Mio. (≥93%) steigen wird, wobei der Anstieg bei Männern ≥65 Jahren (≥117%) und in Ländern/Gebieten mit niedrigem und mittlerem HDI (≥160%) mehr als doppelt so hoch ausfalle.

Zudem ergaben die Berechnungen, dass Krebs- und Todesfälle voraussichtlich in Gruppen im erwerbsfähigen Alter (≥39%) und Ländern/Gebieten mit sehr hohem HDI (≥50%) zunehmen werden.

Fazit
Im Jahr 2022 wurden bei Männern erhebliche Ungleichheiten bei Krebserkrankungen und Todesfällen beobachtet, die sich bis 2050 voraussichtlich noch vergrößern werden. (sf)

Autoren: Bizuayehu HM et al.
Korrespondenz: Habtamu Mellie Bizuayehu; [email protected]
Studie: Burden of 30 cancers among men: Global statistics in 2022 and projections for 2050 using population-based estimates
Quelle: Cancer 2024;130(21):3708–3723.
Web: https://doi.org/10.1002/cncr.35458