Krebs im Kindesalter: Körperliche Aktivität unterstützt kognitive Leistungsfähigkeit18. Mai 2023 © Rawpixel.com – stock.adobe.com (Symbolbild) Krebserkrankungen im Kindesalter können zu kognitiven Störungen führen, die bis ins Erwachsenenalter andauern und die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigen. Eine Metaanalyse aus Hongkong stützt nun die Empfehlung für körperliche Aktivität, um die kognitive Leistungsfähigkeit zu unterstützen und zu verbessern. Für die systematische Überprüfung und Metaanalyse durchsuchten Joshua Bernal und Kollegen von der University of Hongkong, China, 7 Datenbanken und 2 Register für klinische Studien nach randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) und nichtrandomisierten Studien zu Interventionen (NRSIs), die bis zum 30. Januar 2022 veröffentlicht (oder registriert) wurden. Eingeschlossen wurden Studien, die die Auswirkungen von körperlicher Aktivität oder Bewegungsinterventionen auf die kognitive Funktion bei Personen mit einer Krebsdiagnose im Alter von 0–19 Jahren verglichen. Als Kontrollgruppe dienten Patienten, die keine Intervention oder die übliche Betreuung erhielten. Die kognitive Funktion wurde anhand standardisierter kognitiver Leistungsmessungen (primäres Outcome) und anhand validierter, von den Patienten berichteter Angaben (sekundäres Outcome) bewertet. Von 131 potenziell relevanten Studien flossen 22 (16 RCTs und 6 NRSIs) mit Daten zu 1277 Personen, die von Krebs im Kindesalter betroffen waren, in die Metaanalyse ein. Von den 1277 Personen waren 674 (52,8%) männlich, das mittlere Alter bei Studienbeginn betrug 12 Jahre (Interquartilsabstand [IQR] 11–14), die mittlere Zeit seit Ende der Krebsbehandlung 2,5 Jahre (IQR −1,1 bis 3,0) und der mittlere Interventionszeitraum 12 Wochen [IQR 10–24]. Es gab mäßige Belege dafür, dass körperliche Aktivität und Bewegung im Vergleich zu einer Kontrollgruppe die kognitive Leistungsfähigkeit (5 RCTs; Hedges’ g 0,40; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,07–0,73; p=0,027; I2=18%) und die von den Patienten angegebene kognitive Funktion (13 RCTs; Hedges’ g 0,26; 95%-KI 0,09–0,43; p=0,0070; I2=40%) verbesserte. Hinweise auf eine Publikationsverzerrung fanden die Wissenschaftler nicht. Insgesamt wurden 9 leichte unerwünschte Ereignisse berichtet. Fazit Es gäbe mit mäßiger Sicherheit Hinweise darauf, dass körperliche Aktivität und Bewegung die kognitiven Funktionen von Kindern, die an Krebs erkrankt sind, verbessern, was den Einsatz von körperlicher Aktivität zur Behandlung krebsbedingter kognitiver Beeinträchtigungen unterstützte, fassen die Autoren zusammen. (ej) Autoren: Bernal JDK et al. Korrespondenz: Parco M Siu; [email protected] Studie: Physical activity and exercise for cancer-related cognitive impairment among individuals affected by childhood cancer: a systematic review and meta-analysis Quelle: Lancet Child Adolesc Health 2023 Jan;7(1):47–58. Web: https://doi.org/10.1016/S2352-4642(22)00286-3