Krebs und Übergewicht in US-Bundesstaaten untersucht7. Juni 2019 © Halfpoint – fotolia.com Übergewicht zählt zu den Risikofaktoren für einige Krebserkrankungen. Um das Ausmaß eventuell vermeidbarer Krebsfälle genauer zu klären, versuchten Dr. Farhad Islami von der American Cancer Society und Kollegen den bevölkerungsbezogenen Anteil (PAF) der auf Übergewicht zurückgehenden Krebsfälle nach US-Bundesstaaten für die Jahre 2011–2015 zu bestimmen. Berücksichtigt wurden das Adenokarzinom des Ösophagus, das Multiple Myelom, Kardiakarzinome, Krebserkrankungen des Kolorektums, der Leber, der Gallenblase, der Bauchspeicheldrüse, der weiblichen Brust, des Corpus uteri, des Eierstocks, der Niere, des Nierenbeckens sowie der Schilddrüse. Wie die Autoren berichten, gingen in den USA zwischen 2011 und 2015 schätzungsweise 37.670 Krebsfälle bei Männern (4,7% aller Krebsfälle ohne nicht melanozytären Hautkrebs) und 74.690 Krebsfälle bei Frauen (9,6%) im Alter ≥30 Jahren auf Übergewicht zurück. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen gab es einen ≥1,5-fachen Unterschied in den Anteilen von dem Übergewicht zuschreibbaren Krebserkrankungen zwischen Staaten mit der höchsten und der niedrigsten PAF. Bei Männern lag die PAF zwischen 3,9% (95%-Konfidenzintervall [KI] 3,6–4,3) in Montana und 6,0% (95%-KI 5,6–6,4) in Texas. Die PAF für Frauen war ungefähr doppelt so hoch wie für Männer und reichte von 7,1% (95%-KI 6,7–7,6) auf Hawaii bis zu 11,4% (95%-KI 10,7–12,2) im District of Columbia. Die größten PAFs ermittelten die Autoren hauptsächlich im Süden und Mittleren Westen sowie in Alaska und im District of Columbia. Fazit Aus ihren Daten schlussfolgern Islami und Kollegen, dass der Anteil der auf Übergewicht zurückzuführenden Krebserkrankungen zwischen den Bundesstaaten variiert, Übergewicht jedoch in jedem Bundesstaat für ≥1/17 Krebserkrankungen verantwortlich ist. Um den Zugang zu und die Vermarktung von ungesunden Lebensmitteln zu verringern (zum Beispiel Steuer auf zuckerhaltige Getränke) und den Zugang zu gesunden Lebensmitteln und Bewegung sowie die Vorsorge zu fördern und zu verbessern, müssten bekannte Maßnahmen auf Gemeinde- und individueller Ebene umfassend umgesetzt werden. (sf) Autoren: Islami F et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Proportion of Cancer Cases Attributable to Excess Body Weight by US State, 2011-2015 Quelle: JAMA Oncol 2019;5(3):384–392. Web: https://doi.org/10.1001/jamaoncol.2018.5639