Krebsbefallene Hufeisenniere weltweit erstmals roboterassistiert operiert17. April 2023 Als Hufeisenniere bezeichnet man eine angeborene Fehlbildung mit teilweiser Verschmelzung der beiden normalerweise getrennt liegenden Nieren, sodass sie die namensgebende Form eines Hufeisens bilden. Grafik: joshya – stock.adobe.com Das Team der Abteilung für Urologie im Landesklinikum Wiener Neustadt (Österreich) hat weltweit erstmals die Trennung einer Hufeisen-Niere mit einem DaVinci-OP-Roboter durchgeführt. Das berichtet das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung. Laut Pressemitteilung wurde die Operation auf einem großen internationalen Kongress für Roboter-Chirurgie in den USA vorgestellt und für den Best Video Award nominiert. „Unser oberstes Ziel war und ist, die beste medizinische Versorgung für alle Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher zu garantieren. Lebensrettende und hochkomplexe Operationen im Landesklinikum Wiener Neustadt mit dem DaVinci durchzuführen sind ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie viel medizinische Innovation und Qualität in unserem Land konzentriert sind“, freut sich der für Kliniken zuständige Landesrat Ludwig Schleritzko über den internationalen Erfolg. Der ärztliche Direktor Prof. Ojan Assadian kommentiert: „Das Landesklinikum Wiener Neustadt war das erste Klinikum in Niederösterreich, das – auch dank Herrn Prim. a.d. Univ.-Doz. Johann Hofbauer – einen hochmodernen DaVinci Xi Operationsroboter in den Patientenbetrieb nehmen konnte. Dieser steht heute in unserem Haus mehreren chirurgischen Abteilungen zur Verfügung. Neben der Bereitstellung hochmoderner Technologien ist hierbei das hohe fachliche Können unserer Chirurginnen und Chirurgen entscheidend, hervorragende Ergebnisse im chirurgischen Grenzbereich zu erzielen. Die von Oberarzt Dr. Bojidar Kassabov durchgeführte, wegbereitende Operation einer komplexen Hufeisenniere ist ein herausragender Meilenstein in der klinischen Behandlung schwieriger onkologischer Patientenfälle, die an unserem Klinikum geleistet wird.“ „Die Patientin hatte eine angeborene Fehlbildung, und zwar eine sogenannte Hufeisenniere – dabei sind die Nieren im unteren Polbereich zu einer verschmolzen, sodass sie im Becken die Form eines Hufeisens bilden”, erklärt Abteilungsvorstand Dr. Martin Haydter. Hierbei sind die anatomischen Strukturen stark verändert, z. B. die Lage der Harnleiter oder die Gefäßversorgung, was die operative Situation extrem schwierig macht. Bei einem Krebs des Nierenbeckens wird normalerweise eine Niere entfernt, was in diesem Fall nicht möglich war. Die ganze Niere zu entfernen, hätte für die Patientin eine enorme Einschränkung der Lebensqualität bedeutet, da sie lebenslang dialysepflichtig geworden wäre. Daher haben wir uns entschieden, die Niere am Unterpol zu trennen und dann die tumortragende Seite komplett zu entfernen, und zwar minimalinvasiv mittels Roboter-Chirurgie. Es sind weltweit weniger als zehn Fälle dokumentiert, wo eine ähnliche OP durchgeführt wurde, jedoch nur zwei mit einem schonenden OP-Roboter. Die an der Abteilung für Urologie in Wiener Neustadt durchgeführte Operation war in ihrer Art einzigartig und wurde so noch nie gemacht.“ „Bei der sogenannten Heminephroureterektomie, der Trennung der Hufeisenniere und Entfernung des Harnleiters unter Mitnahme eines Blasenanteils (sog. Blasenmanschette), gibt es schon unter normalen Umständen nicht kalkulierbare Situationen”, erläutert Oberarzt Dr. Bojidar Kassabov, Coach für robotische Chirurgie, der die Operation durchführte. “Dieser sehr seltene und speziell gelagerte Fall einer Hufeisenniere mit einer Krebserkrankung des Nierenbeckens war für das gesamte Team eine große Herausforderung. Wir wollten nicht nur das Leben der Patientin retten, sondern auch ihre Lebensqualität erhalten. Unsere chirurgische Leistung wurde für einen großen internationalen Kongress für robotische Chirurgie in den USA nominiert und ich hatte die Möglichkeit, die Operation mit einem Video der OP und einem wissenschaftlichen Fachartikel dort vorzustellen.“ (Amt der Niederösterreichischen Landesregierung / ms)
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