Krebsdiagosen in der COVID-19-Pandemie: Analyse zeigt Defizite in den USA auf13. Dezember 2021 Foto: © DOC RABE Media/stock.adobe.com Eine neue Studie aus den USA belegt, dass durch die COVID-19-Pandemie mit einiger Verzögerung neue Krebsdiagnosen gestellt worden sind, was zu schlechteren Prognosen führen könnte. Für die Studie untersuchte eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Dr. Brajesh K. Lal vom Veterans Affairs (VA) Maryland Health Care System und der University of Maryland School of Medicine (USA) Daten von mehr als neun Millionen US-Veteranen, die in insgesamt 1244 medizinischen Einrichtungen behandelt wurden. Zwischen den Jahren 2018 und 2020 wurden hier in 3,9 Millionen Fällen Verfahren zur Krebsdiagnostik eingesetzt und 251.647 neue Krebserkrankungen diagnostiziert. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten nun fest, dass Verfahren zur Krebsdiagnostik im Jahr 2020 seltener eingesetzt wurden. Außerdem gab es im Jahr 2020 weniger Neudiagnosen von Krebs. Bei diesen Verringerungen der Zahlen ergaben sich Unterschiede je nach geografischem Standort der Behandlungszentren und der Art der Krebserkrankung. Die Zahl der Koloskopien zum Nachweis von Kolorektalkarzinomen sank im Jahr 2020 im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2018-2019 um 45 Prozent, während Prostatabiopsien zur Feststellung von Prostatakrebs, Thorax-Computertomographie zur Erkennung von Lungenkrebs sowie Zystoskopien für den Nachweis von Blasenkrebs um 29 Prozent bzw. zehn Prozent und 21 Prozent zurückgingen. Bei Koloskopien gab es den Studienautorinnen und -autoren zufolge landesweit die größten Defizite: In 29 Prozent der US-Bundesstaaten wurden im Jahr 2020 im Vergleich zu früheren Jahren weniger als die Hälfte der Koloskopien durchgeführt. Im Jahr 2020 ging die Zahl der Neudiagnosen je nach Art der Krebserkrankung um 13 bis 23 Prozent zurück. Die Forschenden erstellten eine Tabelle, anhand derer Institutionen, Gesundheitssysteme und Staaten die Zeit und die Ressourcen bestimmen können, die erforderlich sind, um die Zahl der Diagnoseverfahren zu erhöhen, um sich von dem durch die COVID-19-Pandemie verursachten Rückstand zu erholen.
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