Krebsforschung: EU-Förderung für Essener Forscher im neuen Theranostik-Konsortium15. November 2024 Das Essener Team im Projekt Thera4Care: (v.l.n.r.) Prof. Jens Kleesiek, Prof. Ken Hermann, Prof. Katharina Lückerath, Alexandros Moraitis, Dr. Hong Grafe, apl. Prof. Wolfgang Fendler und Hamza Kalisch. Leider nicht im Bild: Dr. Pedro Fragoso-Costa Foto: ©privat/Bildquelle: UDE/UK Essen Fast 1,3 Millionen Euro aus dem EU Horizon Programm fließen in die Forschung zur Theranostik für die Behandlung von Krebs. Bildgebende Diagnostik, verbunden mit zielgerichteten Therapeutika, soll eine noch personalisiertere Medizin ermöglichen. Nun geht es darum, diesen Ansatz europaweit auszurollen. Im neu gegründeten Konsortium Thera4Care (Theranostics ecosystem for personalised care) sind die Klinik für Nuklearmedizin und das Institut für Künstliche Intelligenz des Universitätsklinikums Essen und der Universität Duisburg-Essen maßgeblich beteiligt. Thera4Care bringt 29 Partner aus europäischen akademischen und klinischen Einrichtungen, pharmazeutischen Unternehmen sowie Patientenvertretungen und Fachgesellschaften zusammen; es wird insgesamt mit 25,3 Millionen Euro von der Innovative Health Initiative (IHI) finanziert. Gemeinsam will man die gezieltere Krebsbehandlung und Präzisionsmedizin mehr Patienten in Europa zugänglich machen. Theranostische Ansätze werden bereits bei bestimmten Prostata- und neuroendokrinen Krebsarten im Spätstadium eingesetzt. Sie nutzen die molekulare Bildgebung, um Tumorrezeptoren sichtbar zu machen und ggf. ein radioaktives Medikament zu verabreichen, das selektiv auf die Tumorzellen wirkt. Bisher geschieht dies allerdings nur in einigen spezialisierten Zentren. Die Essener Wissenschaftler:innen konzentrieren sich in dem Gemeinschaftsprojekt nun vor allem auf die präklinische und klinische (Phase 1) Testung neuer Theranostika und deren Wirkmechanismen, und die KI-basierte Optimierung des klinischen Einsatzes von Radiotheranostika. „Wir schaffen damit eine belastbare Basis für diesen schnell wachsenden Bereich der Präzisionsmedizin“, erklärt Prof. Ken Herrmann, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin und Wissenschaftler an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen. Das Vorhaben läuft bis Ende 2029, die Federführung des Konsortiums liegt bei der Università Cattolica del Sacro Cuore in Rom (Italien).
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