Krebsmedikamente: Preis senken durch Dosisanpassung

© Seventyfour – stock.adobe.com (Symbolbild)

Eine Lanze für einen besseren Zugang zu Krebsmedikamenten brechen Erstautor Prof. Ian F. Tannock und seine Kollegen in einem „Personal View“-Artikel in der Fachzeitschrift „The Lancet. Oncology“.

Denn aktuell sei der Zugang zu vielen Krebsmedikamenten auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel (EML) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgrund ihres Preises eingeschränkt, insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMICs). Andere Krebsmedikamente, die nachweislich das Überleben verbessern, wie z.B. Immuncheckpoint-Inhibitoren gegen Lungenkrebs, seien nicht in der EML enthalten, da die zugelassenen Dosierungen und Schemata in LMICs die erschwinglichen Preise übersteigen.

Um dies zu ändern, setzen die Autoren auf verschiedene Strategien, wie z.B. die Optimierung von Dosierungen und Behandlungsplänen. Denn die Zulassungen in den USA und Europa könnten Dosierungs- und Behandlungsschemata beinhalten, die zwar in Studien statistisch signifikante Vorteile zeigen, aber eine höhere Intensität, Häufigkeit oder Dauer aufweisen können, als für eine signifikante Verbesserung des Überlebens erforderlich sei, erläutern die Autoren. Daher plädieren sie dafür, zu untersuchen, ob Behandlungen mit reduzierter Intensität nicht zu nahezu gleichwertigen Ergebnissen führen können. Dazu können randomisierte klinische Studien, Dosisfindungsstudien der Phasen I und II sowie pharmakokinetische und dynamische Untersuchungen herangezogen werden.

Lässt sich nachweisen, dass niedrigere Dosen oder weniger intensive Schemata die therapeutische Wirksamkeit erhalten, bringt dies eine geringere Toxizität und erhebliche Preisreduktionen mit sich – samt besserer Kosteneffizienz und breiterem Zugang zu Behandlungen, die das Überleben verbessern. Über die behördlichen Zulassungen hinaus sollte die Ermittlung von Regimen, die mit geringerer Dosis und weniger intensiven Behandlungsplänen ähnliche Ergebnisse erzielen, für Kliniker und politische Entscheidungsträger im Auswahlprozess zur Ermittlung wirksamer Medikamente auf nationaler und globaler Ebene Priorität haben, unterstreicht das Team um Seniorautor Dr. Lorenzo Moja von der WHO in Genf, Schweiz. (sf)

Autoren: Tannock IF et al.
Korrespondenz: Lorenzo Moja; [email protected]
Studie: Dose optimisation to improve access to effective cancer medicines
Quelle: Lancet Oncol 2025;26(3):e171–e180.
Web: https://doi.org/10.1016/S1470-2045(24)00648-X