Krebspatienten: Hilfe übers Internet verbessert Lebensqualität31. Januar 2018 Foto: © contrastwerkstatt/Fotolia Die Diagnose Krebs bringt eine große psychische Belastung mit sich. Doch viele Patienten erhalten keine psychologische Unterstützung. Ein Online-Programm zur Stressbewältigung kann die Lebensqualität merklich verbessern. Dies zeigt eine Studie von Forschenden der Universität Basel und des Universitätsspitals Basel, die im “Journal of Clinical Oncology” erschienen ist. Eine Krebsdiagnose bedeutet immer auch eine massive psychische Belastung. Der psychische Stress beeinträchtigt die Lebensqualität und kann sich auch negativ auf die Therapie und den Krankheitsverlauf auswirken. Krebsbehandlungen sollten deshalb mit einer psychologischen Unterstützung verbunden werden, doch ist dies heute längst nicht für alle Betroffenen Realität. Insbesondere in der schwierigen Zeit unmittelbar nach der Diagnose wird nur eine Minderheit psychologisch professionell unterstützt. Stress aktiv mindern Um Menschen mit Krebsleiden in dieser schwierigen Situation zu erreichen und ihnen eine niederschwellige Möglichkeit zum Umgang mit der Belastung anzubieten, haben Forschende der Universität Basel und des Universitätsspitals Basel das Online-Stressmanagement-Programm STREAM (Stress aktiv mindern) entwickelt. Über acht Wochen werden den Patienten mittels Informationen, individuellen Übungen und spezifischen Anleitungen Strategien aufgezeigt, wie sie den Umgang mit der Krebserkrankung bewältigen können. Dazu loggen sie sich über einen persönlichen, anonymen Zugang ein. Einmal pro Woche findet zudem über eine integrierte E-Mail-Plattform ein schriftlicher Austausch mit einer Psychologin statt. Erste Studie im deutschsprachigen Raum Eine Studie zeigt nun, dass das webbasierte Beratungs- und Betreuungsangebot die Lebensqualität der Betroffenen signifikant verbessert und der erlebte Stress deutlich reduziert werden konnte. Insgesamt wurden 129 Patientinnen und Patienten aus der Schweiz, Deutschland und Österreich innerhalb von 12 Wochen nach Beginn ihrer Krebstherapie in eine Interventions- oder Kontrollgruppe eingeteilt. Letztere erhielt erst nach acht Wochen Wartefrist Zugang zum Programm, was einen Vergleich der beiden Gruppen ermöglichte. Die Personen, welche das STREAM-Programm absolviert hatten (mehrheitlich Brustkrebspatientinnen), schätzten ihre Lebensqualität deutlich besser ein als die Kontrollgruppe. Auch der negative Stress, gemessen auf einer Skala von 0 bis 10, ging in der Online-Gruppe signifikant stärker zurück als in der Kontrollgruppe. “Die Ergebnisse zeigen, dass eine webbasierte Selbsthilfe mit regelmäßigem E-Mail-Kontakt zum Psychologen das Potenzial hat, neu diagnostizierte Krebspatienten effizient zu unterstützen und somit ihre Behandlung entscheidend zu verbessern” kommentiert Prof. Viviane Hess, Professorin für Medizinische Onkologie und Leitende Ärztin Onkologie in Basel. Ergänzend zu den bisherigen Angeboten eröffnen sich mit dem Online-Programm neue Möglichkeiten, Betroffene zu unterstützen, welche bisher nicht erreicht werden konnten. “Die Digital Natives nähern sich dem Alter, in dem das Risiko für altersbedingte Krankheiten wie Krebs steigt. Auch deshalb werden Ansätze zur Integration des Internets in die Patientenversorgung weiter an Bedeutung gewinnen”, so Viviane Hess. Die Studie wurde vom Schweizerischen Nationalfonds und der Krebsforschung Schweiz unterstützt. Originalpublikation: Urech C et al. J Clin Oncol. 2018 Jan 25:JCO2017748491
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