Krebsprävention: DGVS begrüßt Initiative der Deutschen Krebshilfe und des DKFZ16. September 2019 Foto: © Kateryna_Kon/Adobe Stock Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) begrüßt die jüngste Initiative des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Deutschen Krebshilfe, gemeinsam das Potenzial der Krebsprävention besser auszuschöpfen. Aus Sicht der DGVS ist es wichtig, insbesondere die individualisierte Prävention voranzutreiben, um die Gesundheitsvorsorge zu erleichtern, in dem sie sich mehr am wissenschaftlich begründeten, individuellen Risiko des Patienten orientiert. Viele Krebserkrankungen entwickeln sich als Folge chronischer Entzündungs- und Krankheitsprozesse. Hierbei spielen Fehlfunktionen der Verdauungsorgane eine zentrale Rolle. Die DGVS fordert, diese Zusammenhänge besser zu erforschen, um wirksame Prävention möglich zu machen. Das DKFZ und die Deutsche Krebshilfe planen ein Nationales Krebspräventionszentrum, in dem die Präventionsforschung des DKFZ gebündelt wird, sowie eine Präventionsambulanz und ein Informationszentrum entstehen sollen. Des Weiteren ist geplant, zielgruppengerechte Präventionsprogramme für den bundesweiten Einsatz zu entwickeln. „Prävention ist entscheidend, wenn es darum geht, Krankheiten zu vermeiden oder ihren Verlauf aufzuhalten – deshalb ist die Initiative von DKFZ und Deutscher Krebshilfe, Präventionsforschung auszubauen und Prävention mehr zu fördern, grundsätzlich ein richtiger Schritt“, sagt Professor Dr. med. Christian Trautwein, Mediensprecher der DGVS und Direktor der Medizinischen Klinik III der RWTH Aachen. „In der Gastroenterologie kommt mit der Darmkrebsfrüherkennung eine der effektivsten Präventionsmaßnahmen zum Einsatz, die zeigt, dass es prinzipiell möglich ist, Krebs zu verhindern, bevor er entsteht.“ Die Verdauungsorgane haben eine Steuerungsfunktion für den gesamten Organismus. Insofern sind Krankheiten der Verdauungsorgane Motor für viele Zivilisations- und Krebserkrankungen: Studien weisen darauf hin, dass vor allem Fehlfunktionen des Darms und Störungen des Darm-Mikrobioms bei der Entstehung chronischer Erkrankungen der Verdauungsorgane sowie sich daraus entwickelnder Krebsarten, aber auch bei Diabetes Mellitus, Morbus Parkinson oder der Alzheimer-Krankheit eine Rolle spielen. „Die genauen Zusammenhänge sind jedoch noch wenig bekannt – diese Zusammenhänge zwischen Fehlfunktionen der Verdauungsorgane und Entstehung von Volkskrankheiten besser zu erforschen, ist essentiell, um wirksame Präventionsstrategien entwickeln zu können“, so Trautwein. Hinzu kommt: Die Anfälligkeit für verschiedene Krankheiten ist individuell sehr unterschiedlich. Um Prävention zukünftig wirksamer zu gestalten, ist es deshalb zentral, das Risiko des Einzelnen genauer zu beziffern und individualisierte Risikoprofile auf Basis molekularer Erkenntnisse zu erstellen. Das würde auch helfen, die Motivation des einzelnen Patienten für eine Präventionsmaßnahme zu erhöhen. „Die Zukunft der Prävention gehört personalisierten Vorsorgekonzepten, nicht guten Ratschlägen nach dem Gießkannenprinzip“, sagt Frank Lammert, Präsident der DGVS und Direktor der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums des Saarlandes. „Daher sollte in der Forschung die individualisierte Prävention in besonderer Weise vorangetrieben werden. Voraussetzung dafür sind bundesweit vernetzte Forschungsaktivitäten.“ Da die Verdauungsorgane ein Motor für die Entstehung vieler, auch bösartiger, Erkrankungen im gesamten Körper sind, sollte die Gastroenterologie in die nun geplanten Forschungsaktivitäten eingebunden werden. „So lassen sich ganzheitliche Präventionskonzepte entwickeln, die nachhaltig wirksam sind – im Kampf gegen Krebs und andere Volkskrankheiten“, so Lammert.
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