Krebsüberleben nimmt in Ländern mit hohem Einkommen weiter zu30. Januar 2020 © WindyNight – stock.adobe.com Im Rahmen der 2. Phase der International Cancer Benchmarking Partnership (ICBP) ist mit dem Projekt „Krebsüberleben in einkommensstarken Ländern“ (SURVMARK-2) ein Überblick über das Krebsüberleben in 7 einkommensstarken Ländern erstellt worden. Zudem wurden die Inzidenz- und Mortalitätstrends verglichen. Der Überblick und der Vergleich zeigen Fortschritte bei 4/7 untersuchten Krebsarten. Das Krebsüberleben nehme in Ländern mit hohem Einkommen weiter zu, stellen Dr. Melina Arnold von der International Agency for Research on Cancer (IARC/WHO) in Lyon, Frankreich, und ihre Kollegen fest. Es bestünden jedoch weiterhin internationale Unterschiede. Während es für wirklich valide Vergleiche nötig sei, dass die Unterschiede in der Registrierungspraxis, der Klassifizierung und der Kodierung minimal ausfallen, seien das Krankheitsstadium zum Zeitpunkt der Diagnose, der rechtzeitige Zugang zu einer wirksamen Behandlung und das Ausmaß an Komorbidität wahrscheinlich die Hauptdeterminanten für die Patienten-Outcomes. In ihre Langzeitstudie hatten die Autoren Daten zu 3,9 Mio. Krebspatienten aus bevölkerungsbezogenen Krebsregistern in 21 Verwaltungsbezirken in 7 Ländern (Australien, Kanada, Dänemark, Irland, Neuseeland, Norwegen und Großbritannien) für 7 Krebsarten (Speiseröhre, Magen, Dickdarm, Rektum, Bauchspeicheldrüse, Lunge und Eierstock), die zwischen 1995–2014 diagnostiziert und bis zum 31.12.2015 nachbeobachtet worden waren, gezogen. In 19 geeigneten Verwaltungsbezirken konnte Arnolds Team 3.764.543 Krebsfälle in die Studie aufnehmen. In diesen Bezirken stieg im Zeitraum 1995–2014 das 1-Jahres- und 5-Jahres-Nettoüberleben in jedem Land bei fast allen Krebsarten an, wobei zum Beispiel das 5-Jahres-Überleben bei Rektumkarzinomen in Dänemark, Irland und Großbritannien um mehr als 13 Prozentpunkte zunahm. Im Zeitraum 2010–2014 war das Überleben in Australien, Kanada und Norwegen im Allgemeinen höher als in Neuseeland, Dänemark, Irland und Großbritannien. Im Verlauf des Untersuchungszeitraums wurden größere Verbesserungen des Überlebens bei Patienten beobachtet, die zum Zeitpunkt der Diagnose <75 Jahre alt waren, und insbesondere bei Krebserkrankungen mit schlechter Prognose (d.h. Speiseröhre, Magen, Bauchspeicheldrüse und Lunge). Fortschritte bei der Krebskontrolle (d.h. erhöhtes Überleben, reduzierte Mortalität und Inzidenz) konnten die Wissenschaftler bei Magen-, Dickdarm-, Lungen- (bei Männern) und Eierstockkrebs verzeichnen. Fazit Der Überblick und der Vergleich zeigen Fortschritte bei 4/7 untersuchten Krebsarten. Das Krebsüberleben nimmt in Ländern mit hohem Einkommen weiter zu. (sf) Autoren: Arnold M et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Progress in cancer survival, mortality, and incidence in seven high-income countries 1995-2014 (ICBP SURVMARK-2): a population-based study Quelle: Lancet Oncol 2019;20(11):1493–1505 Web: https://doi.org/10.1016/S1470-2045(19)30456-5