Kryoablation bei Vorhofflimmern reduziert Rezidivrisiko26. März 2021 © Rasi – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Ergebnisse der kanadischen Studie EARLY-AF weisen darauf hin, dass eine Kryoablation zur initialen Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern im Vergleich zu einer medikamentösen Behandlung vorteilhaft zur Vermeidung von Rezidiven ist. Bislang empfehlen Leitlinien einen Behandlungsversuch mit einem oder mehreren Antiarrhythmika, bevor eine Katheterablation bei Patienten mit Vorhofflimmern in Betracht gezogen wird. Die Erstlinien-Ablation kann jedoch effektiver sein, um den Sinusrhythmus zu erhalten. Die Studie wurde von einem Forscherteam um Studienleiter Dr. Jason Andrade am Vancouver General Hospital und klinischer Associate Professor im Department of Medicine, Division of Cardiology an der University of British Columbia, Kanada, durchgeführt. Die Forschenden teilten 303 Patienten mit symptomatischem, paroxysmalem, unbehandeltem Vorhofflimmern nach dem Zufallsprinzip einer Katheterablation mit einem Kryothermieballon oder einer medikamentösen Antiarrhythmietherapie zur initialen Rhythmuskontrolle zu. Allen Patienten wurde ein Herzmonitor zur Erkennung von atrialen Tachyarrhythmien implantiert. Die Nachbeobachtungszeit betrug 12 Monate. Der primäre Endpunkt war das erste dokumentierte Wiederauftreten einer atrialen Tachyarrhythmie (Vorhofflimmern, Vorhofflattern oder atriale Tachykardie) zwischen 91 und 365 Tagen nach der Katheterablation oder dem Beginn einer antiarrhythmischen Medikation. Zu den sekundären Endpunkten gehörten das Ausbleiben von symptomatischen Arrhythmien, die Belastung durch Vorhofflimmern und die Lebensqualität. Im „New England Journal of Medicine“ berichten die Kardiologen, dass nach 1 Jahr bei 66/154 Patienten (42,9%) der Ablationsgruppe und bei 101/149 Patienten (67,8%) der medikamentös behandelten Gruppe Vorhoftachyarrhythmien wiederaufgetreten waren (HR 0,48; 95%-KI 0,35–0,66; p<0,001). Symptomatische atriale Tachyarrhythmien konnten bei 11,0% der Patienten mit Ablation und bei 26,2% der Patienten unter Antiarrhythmika beobachtet werden (HR 0,39; 95%-KI 0,22–0,68). Der mediane Prozentsatz der Zeit unter Vorhofflimmern betrug 0% (IQR 0–0,08) unter Ablation und 0,13% (IQR 0–1,60) unter Antiarrhythmika. Es kam zu 5 (3,2%) schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen in der Ablationsgruppe und 6 (4,0%) in der Antiarrhythmikagruppe. Fazit Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass eine Kryoablation zur initialen Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern im Vergleich zu einer medikamentösen Behandlung vorteilhaft zur Vermeidung von Rezidiven ist. (ah) Autoren: Andrade JG et al. Korrespondenz: Jason Andrade; [email protected] Studie: Cryoablation or Drug Therapy for Initial Treatment of Atrial Fibrillation Quelle: N Engl J Med 2021;384:305–315. Web: https://doi.org/10.1056/NEJMoa2029980
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