Kuhmilchallergie bei Kindern und Lactobacillus10. Januar 2020 Foto: ©Aleksej /Adobe Stock Die Zugabe von probiotischem Lactobacillus rhamnosus GG (LGG) zu extensiv hydrolysiertem Kasein (EHK) soll bei einer Kuhmilchallergie die häufig zu beobachtenden gastrointestinalen Beschwerden bei Ernährung mit EHK reduzieren. L. rhamnosus ist ein probiotisches Milchsäurebakterium, das auch zur Linderung von antibiotika-assoziierter Diarrhoe eingesetzt wird. Extensiv hydrolysierte Milchersatzprodukte weisen eine geringere Restantigenität als partiell hydrolysierte Produkte auf. EHK weist im Gegensatz zu partiell hydrolysiertem Kasein weniger als 1 % Restproteine auf. Bei der vorliegenden Kohortenstudie wurden Kinder mit einem Auftreten von Kuhmilchallergie im ersten Lebensjahr inkludiert, die nur mit EHK oder in Kombination mit LGG behandelt wurden; außerdem musste zur Inklusion gesichert sein, dass die Probanden seit mindestens 12 Monaten eine Immuntoleranz gegen Kuhmilch erworben hatten. Funktionelle gastrointestinale Störungen (FGIS) wurden in Übereinstimmung mit den Rome-III-Kriterien diagnostiziert. Dies erfolgte durch Prüfer, denen vorherige Behandlungen der Probanden nicht bekannt waren. Eine Kohorte gesunder Kinder wurde als Kontrollpopulation eingesetzt. An der Studie nahmen 330 Probanden teil, jeweils 110 pro Kohorte (EHK, EHK + LGG und gesunde Kontrollprobanden). Die Rate der Individuen mit ≥ 1 FGIS lag in der EHK + LGG-Kohorte im Vergleich mit der EHK-Kohorte signifikant niedriger (40 % gegenüber 16,4 %; P < 0,05). In der EHK + LGG-Kohorte wurde allgemein eine niedrigere Inzidenz hinsichtlich aller Komponenten des primären Studienziels beobachtet. Die Prävalenz der FGIS lag unter der der EHK-Kohorte und etwa gleichauf mit der der EHK + LGG-Kohorte. Die Inzidenzrate für FGIS der EHK + LGG-Kohorte betrug im Vergleich zu der der EHK-Kohorte 0,40 (95 %-Konfidenzintervall 0,25–0,65). Die Studienergebnisse bestätigen nach Ansicht der Autoren das erhöhte Risiko für FGIS bei Kindern mit Kuhmilchallergie; eine Ernährung mit EHK + LGG könne dieses Risiko reduzieren. (am)
Mehr erfahren zu: "Genetisch veränderte Weißbüschelaffen als Modell menschlichen Hörverlusts" Genetisch veränderte Weißbüschelaffen als Modell menschlichen Hörverlusts Wissenschaftler aus Göttingen haben ein neues Primatenmodell entwickelt, das wichtige Erkenntnisse für zukünftige Gentherapien und andere Ansätze zur Behandlung von Hörverlust liefert.
Mehr erfahren zu: "GKV-Sparvorschläge: Fachärzte sehen sich überproportional belastet" GKV-Sparvorschläge: Fachärzte sehen sich überproportional belastet Fachärzteverbände fordern angesichts der Einsparüberlegungen im ambulanten Bereich eine gerechte Lastenverteilung und warnen davor, die ambulante fachärztliche Versorgung zum Nachteil der Patienten strukturell zu schwächen.
Mehr erfahren zu: "Reinigungsroboter im Miniaturformat" Reinigungsroboter im Miniaturformat Winzige, lichtgetriebene Nanoroboter können Bakterien mit hoher Präzision aufnehmen, transportieren und wieder freisetzen. Ein Forschungsteam an der Universität Würzburg hat nun gezeigt, wie sich solche mikroskopischen „Reinigungsroboter“ gezielt steuern lassen, […]