Kutane Manifestationen bei COVID-19

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Obwohl eine Infektion mit dem Coronavirus in erster Linie Atemwegsymptome hervorruft, wurde eine zunehmende Zahl von Hautmanifestationen im Zusammenhang mit der Krankheit COVID-19 gemeldet.

Ziel dieser aktuell im „American Journal for Clinical Dermatology“ publizierten Übersicht war es, die bei Patienten mit COVID-19 gemeldeten dermatologischen Befunde zusammenzufassen, zu kategorisieren und spezifische Läsionen zu identifizieren, welche die Diagnose und Prognose erleichtern können.

Die Literaturrecherche der an der Universitätsklinik Seattle tätigen Forscher identifizierte 115 Datensätze, von denen 34 Publikationen, die 996 Patienten mit dermatologischen Erkrankungen beschrieben, einbezogen wurden. Fallberichte (n=15), Fallserien (n=13) und prospektive Beobachtungsstudien (n=4) waren die häufigsten Publikationstypen. Akrale Läsionen waren die am häufigsten identifizierte Läsion (40,4% der Fälle), die bei jungen Erwachsenen (Durchschnittsalter 23,2 Jahre) nach dem Auftreten der extrakutanen COVID-19-Symptome auftraten (55/100 Patienten).

Erythematöse, makulopapulöse Hautausschläge betrafen 21,3% der Patienten, wobei sie am häufigsten bei Erwachsenen mittleren Alters (Durchschnittsalter 53,2 Jahre) auftraten und gleichzeitig mit nicht kutanen Symptomen auftraten (110/187 Patienten).

Vesikuläre Hautausschläge betrafen 13,0% der Patienten und traten bei Erwachsenen mittleren Alters (Durchschnittsalter 48,3 Jahre) nach dem Auftreten anderer Symptome auf (52/84 Patienten). Urtikaria-Ausschläge betrafen 10,9% der Patienten, traten bei Erwachsenen (Durchschnittsalter 38,3 Jahre) auf und traten gleichzeitig mit nicht kutanen Symptomen auf (46/78 Patienten).

Vaskuläre Ausschläge, die einer Livedo oder Purpura ähnelten, waren selten (4% der Fälle), traten bei älteren Patienten (Durchschnittsalter 77,5 Jahre) und gleichzeitig mit nicht kutanen COVID-19-Symptomen auf (18/29 Patienten). Hauteruptionen, die einem Erythema multiforme ähneln, traten zwar selten auf (3,7% der Fälle), betrafen aber vor allem Kinder (Durchschnittsalter 12,2 Jahre).

Fazit
Die Autoren kommen zu der Schlussfolgerung, dass vesikuläre Hautausschläge auf COVID-19 hindeuten können, akrale Läsionen hingegen für epidemiologische Zwecke am besten geeignet sein; vaskuläre Hautausschläge wiederum können ein nützlicher prognostischer Marker für einen schweren Erkrankungsverlauf sein. Nach Ansicht der Autoren ist es von entscheidender Bedeutung, dass alle Angehörigen der Gesundheitsberufe mit diesen immer häufiger auftretenden Hautmanifestationen von COVID-19 gut vertraut sind. (am)

Autor: Daneshgaran et al.
Korrespondenz: Daniel J. Gould, Division of Plastic and Reconstructive Surgery, Keck School of Medicine of the University of Southern California, 1510 San Pablo St., Los Angeles, USA
Studie: Cutaneous Manifestations of COVID-19: An Evidence-Based Review
Quelle: Am J Clin Dermatol 2020 Oct;21(5):627–639
Web: https://doi.org/10.1007/s40257-020-00558-4