Kutanes Plattenepithelkarzinom: Präklinisches Modell untersucht Topikum30. März 2026 © designua – stock.adobe.com (Symbolbild) Ein Inhibitor der lysinspezifische Demethylase 1 (LSD1) aktiviert in präklinischen Modellen antitumorale Signalwege in der Haut. Die Creme könnte einen topischen Ansatz zur Prävention und Behandlung des kutanen Plattenepithelkarzinoms bieten. Das kutane Plattenepithelkarzinom (cSCC) gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen. Die meisten Fälle sind operativ gut behandelbar, doch bis zu fünf Prozent der Tumoren metastasieren. Viele ältere oder immunsupprimierte Patienten entwickeln zudem zahlreiche präkanzeröse Läsionen über ausgedehnte Hautareale, sodass wiederholte Eingriffe belastend und mitunter nicht durchführbar sind. Für ausgedehnte Läsionen verfügbare Behandlungsoptionen wie Chemotherapie sind nicht tumorspezifisch, und andere zielgerichtete Therapien können schmerzhaft sein. Eine Operation bleibt wirksam, ist jedoch invasiv und birgt Risiken wie Infektion und Narbenbildung. Ein topischer Ansatz, der lokal antitumorale Immunreaktionen aktiviert, könnte die Zahl wiederholter Eingriffe verringern und helfen, die Progression zum invasiven Karzinom zu verhindern. Aktivierung der Immunabwehr in präklinischen Modellen Wie eine im „Journal of Clinical Investigation“ veröffentlichte Studie zeigt, aktivierte die topische Anwendung einer Creme die Immunabwehr der Haut und unterdrückte das Tumorwachstum in zwei präklinischen Modellen des cSCC. Entwickelt wurde die Creme von Forschenden der Perelman School of Medicine an der University of Pennsylvania (USA). Der Wirkmechanismus beruht auf der Hemmung von LSD1, einem Enzym, das immunaktivierende Signalwege in der Haut unterdrückt. „Bemerkenswert ist, dass eine einfache topische Creme die körpereigene Maschinerie der Haut nutzen kann, um Immunzellen zu rekrutieren und zu aktivieren, die Tumoren angreifen“, so Seniorautor Dr. Brian C. Capell von der Perelman School of Medicine. „Wir führen im kommenden Jahr weitere Studien durch, um die Formulierung zu optimieren, und hoffen, in den nächsten ein bis zwei Jahren mit einer Phase-I-Studie beginnen zu können. Idealerweise könnte diese Creme direkt auf kanzerösen und präkanzerösen Läsionen eingesetzt werden.“ Blockade der Retinsäure-Signalübertragung In der Studie formulierten die Forschenden einen niedrig dosierten topischen Inhibitor von LSD1, einem Enzym, das in Epidermiszellen normalerweise als „Bremse“ bestimmter immunaktivierender Signalwege wirkt. Durch das „Lösen der Bremse“ veranlasste die Creme Hautzellen dazu, Signale für immunologische Hilfe auszusenden. Diese Zellen spielten eine wesentliche Rolle bei der Verlangsamung des Tumorwachstums. Die Blockade der Retinsäure-Signalübertragung, eines natürlich vorkommenden und wichtigen grundlegenden zellulären Signalwegs, der das Wachstum und die Differenzierung von Zellen steuert, machte viele der durch die Creme ausgelösten Veränderungen in der Haut wieder rückgängig. Zusätzlich hob die Zerstörung von CD4⁺-T-Zellen die Tumorsuppression auf. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die Therapie die Kommunikation zwischen Hautzellen und Immunsystem anstößt, um zielgerichtete antitumorale Antworten zu ermöglichen. Mögliche Präventionsstrategie Während die Behandlung von Hautkrebs bereits einen großen Nutzen darstellen würde, könnte die Prävention der Tumorentstehung noch deutlich relevanter sein. Bei Patienten mit Hautpräkanzerosen oder frühen Plattenepithelkarzinomen könnte eine topische Therapie die Zahl wiederholter Operationen reduzieren und die Zahl der Läsionen senken, die in ein invasives Karzinom übergehen. Die Forschenden untersuchen außerdem, ob LSD1-Inhibitoren oral oder als Injektion verabreicht die Wirksamkeit von Immuncheckpoint-Therapien verbessern könnten. Diese Therapien sind derzeit nur bei einem Teil der Patienten mit fortgeschrittenem cSCC wirksam. (ins)
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