Kutanes Plattenepithelkarznom: Prognostische Faktoren für tumorspezifisches Überleben26. April 2018 © Markus Mainka – fotolia.com Das kutane Plattenepithelkarzinom stellt unter hellhäutigen Menschen eine zunehmende Belastung dar. Laut Leitlinie ist das Plattenepithelkarzinom mit einer Inzidenz von ca. 25–30 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner und Jahr der zweithäufigste maligne Hauttumor in Mitteleuropa. Ein Team von Dermatologen um PD Dr. Thomas Eigentler vom Zentrum für Dermatoonkologie an der Universitäts-Hautklinik Tübingen hat nun in einer prospektiven Kohortenstudie die Risikofaktoren für das tumorspezifische Überleben und das Gesamtüberleben bei 1434 Patienten mit Plattenepithelkarzinom prospektiv eingeschätzt. Die Patienten wurden zwischen Januar 2005 und Mai 2015 chirurgisch behandelt; insgesamt wurden 2.149 invasive Plattenepithelkarzinome analysiert. Die univariaten und multivariaten Überlebensanalysen umfassten die Tumordicke, die horizontale Ausdehnung des Tumors, die Körperstelle, die histologische Differenzierung, das desmoplastische Wachstum, die Krankengeschichte bzgl. multipler Plattenepithelkarzinome sowie Immunsupprimierung. Primärer Endpunkt der Untersuchung war der Zeitraum bis Eintritt des tumor-spezifischen Todes. Während der durchschnittlichen Follow-up-Periode von 36,5 Monaten (0–137 Monate) verstarben 515 Patienten, davon 40 (2,8 %) aufgrund eines kutanen Plattenepithelkarzinoms. Von diesen 40 Patienten starben 12 aufgrund viszeraler Metastasen und 28 aufgrund von Tumorwachstum und lokaler Infiltration. Nach multivariater Analyse ergaben sich folgende prognostische Faktoren für das tumorspezifische Überleben: – erhöhte vertikale Tumordicke (Risikoquotient 6,73; 95-%-Konfidenzintervall, 3,47–13,08) – desmoplastisches Wachstum (Risikoquotient 4,14; 95-%-Konfidenzintervall, 2,68–9,83) – Immunsupprimierung (Risikoquotient 2,07; 95-%-Konfidenzintervall, 1,04–4,12) Eine Gruppierung dieser Faktoren in 4 Kohorten führte zu weit auseinanderliegenden Kurvenlinien. Die Anwendung einer Abschneidefunktion für die Tumordicke von 6 mm oder mehr, das Auftreten desmoplastischen Wachstums sowie Immunsupprimierung identifiziert nach Erkenntnis der Autoren die Patienten mit einem hohen Risiko für tumorspezifischen Tod.
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