Laborstudie: Betamethason könnte die Ergebnisse der Strahlentherapie bei Prostatakrebs verbessern15. August 2022 Molekülmodell von Betamethason (Abbildung: © Alexey Novikov/stock.adobe.com Eine neue Studie legt nahe, dass das gängige Steroid Betamethason verwendet werden könnte, um unerwünschte Nebenwirkungen von Bestrahlungsbehandlungen bei Prostatakrebs zu reduzieren. Die Arbeit wurde kürzlich von Forschenden des Markey Cancer Center der University of Kentucky (UK) im „International Journal of Molecular Sciences“ veröffentlicht. Laut den Autoren ist die Laborstudie unter der Leitung von Dr. Luksana Chaiswing, Assistenzprofessorin in der Abteilung für Toxikologie und Krebsbiologie des UK College of Medicine die erste, die zeigt, dass Betamethason normale Prostatazellen vor Schäden durch Strahlentherapie schützt und gleichzeitig Krebszellen emfänglicher für die Therapie macht. „Neue Therapien, die darauf abzielen, vor Schäden des gesunden Gewebes zu schützen und gleichzeitig die Wirksamkeit der Strahlentherapie zu erhöhen, werden dringend benötigt“, erklärt Chaiswing. „Die Entwicklung solcher Ansätze hätte einen großen Einfluss auf die Prostatakrebskontrolle und die Lebensqualität der Patienten.“ Das Team untersuchte rund 700 von der Food and Drug Administration zugelassene Arzneimittel auf Eigenschaften wie den Schutz nichtkanzeröser Zellen vor strahlentherapieinduzierter Zytotoxizität, das Abtöten von Prostatakrebszellen und die Erhöhung des Wasserstoffperoxidspiegels sowohl in Krebs- als auch in nichtkanzerösen Zellen. Betamethason, ein Corticosteroid, das zur Behandlung von Entzündungen und Krebserkrankungn des blutbildenden Systems zugelassen ist, gehörte zu den Top 5 der Medikamente mit allen diesen gewünschten Eigenschaften. Betamethason erhöht den Wasserstoffperoxidspiegel, der ein Schutzprotein namens RelB in normalen, nichtkanzerösen Prostatazellen aktiviert. „Das Ergebnis dieses Projektes könnte zu einem neuen Anti-Krebs-Regime führen, das die Wirksamkeit der Strahlentherapie verbessert, indem es Tumorgewebe für Strahlung sensibilisiert und gleichzeitig normales Gewebe vor strahleninduzierten Nebenwirkungen schützt, was zu einer verbesserten Lebensqualität für Krebsüberlebende führen könnte”, fasst Chaiswing zusammen.
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