Land lässt zeitweilige Ausnahmen bei Fachärzten an Kliniken zu

Wer im Krankenhaus liegt, sollte sich darauf verlassen können, rund um die Uhr von qualifizierten Ärzten betreut zu werden. Thüringen hat dazu jetzt eine Maßnahme ergriffen.

In Thüringen haben bislang drei Kliniken eine befristete Ausnahmegenehmigung zum Betreiben von Fachabteilungen erhalten, für die sie eigentlich nicht über genügend Fachärzte verfügen. Diese Zahl nannte das Sozialministerium in Erfurt. Betroffen seien je eine Fachabteilung für Innere Medizin, Frauenheilkunde und Orthopädie/Unfallchirurgie, sagte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage.

Hintergrund ist die in Thüringen neu eingeführte Facharztquote für Krankenhäuser, über die das Land eine qualitativ hochwertige Behandlung an Kliniken sicherstellen will. Die Übergangsfrist, in der sich die Häuser darauf einstellen konnten, war zum Jahreswechsel ausgelaufen. Laut Ministerium haben 18 Krankenhäuser Schwierigkeiten, diese Quote zu erfüllen.

Sie hätten allesamt eine Ausnahmeregelung beantragt, um die betreffenden Fachabteilungen weiterbetreiben zu können, hieß es. Die Landesärztekammer prüft jetzt die Anträge und gibt dazu eine Stellungnahme ab, bevor darüber entschieden wird. Bislang lägen Einschätzungen der Kammer für fünf Kliniken vor, berichtete der Ministeriumssprecher.

In Thüringer Krankenhäuser müssen nach einer neuen Regelung alle Fachabteilungen mit mindestens 5,5 Arztstellen ausgestattet sein, davon mindestens drei mit Fachärzten des entsprechenden Fachs. So soll sichergestellt werden, dass rund um die Uhr qualifizierte Ärzte erreichbar sind. Halten die Kliniken diese Vorgaben nicht dauerhaft ein, müssen sie damit rechnen, die betroffenen Abteilungen nicht mehr weiterbetreiben zu dürfen.

Welche Häuser die bisher erteilten Ausnahmegenehmigungen erhalten haben, wollte der Ministeriumssprecher nicht sagen. Er verwies aber darauf, dass die Häuser versichert hätten, spätestens zum 1. Mai die Facharztquote einzuhalten. In Thüringen gibt es rund 40 Standorte von Akutkliniken, die jährlich um die 590 000 Patienten stationär behandeln.
(dpa)

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