Lange Harnleiterstrikturen: Ileum-Harnleiterersatz und Nieren-Autotransplantation sind gleichwertig25. September 2025 Lage der Harnleiter im Körper. Grafik: Sebastian Kaulitzki – stock.adobe.com Bei Patienten mit langen Harnleiterstrikturen sind der roboterassistierte ileale Ureterersatz (RAIUR) und die roboterassistierte Nierenautotransplantation (RAKAT) weitgehend gleichwertig. Das ergibt der nach Angaben der Autoren erstmalige Vergleich der funktionellen und chirurgischen Ergebnisse der beiden Techniken. Luca Afferi von der Universitat Autonoma de Barcelona (Spanien) et al. führten eine retrospektive Analyse von Patienten durch, die sich in 8 europäischen tertiären Zentren im Zeitraum 2017–2024 RAIUR oder RAKAT wegen langer Ureterstenosen unterzogen hatten. Primäre Endpunkte waren der Erhalt der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) und postoperative Komplikationen innerhalb von 30 Tagen nach der Operation, beschrieben anhand der Clavien-Dindo-Klassifikation. Sekundäre Endpunkte umfassten Infektionen, die Notwendigkeit einer lebenslangen Drainage, die Strikturpersistenz und die Notwendigkeit einer erneuten Intervention aufgrund der Striktur während der Nachsorge. Insgesamt erhielten 15 bzw. 39 Patienten einen RAIUR bzw. eine RAKAT. Die Patienten, die sich einem RAIUR unterzogen, waren älter (61 vs. 45 Jahre; p=0,03), hatten mehr Komorbiditäten (Charlson-Komorbiditätsindex ≥3: 67% vs. 28%; p=0,03) und eine niedrigere eGFR (60 vs. 87 ml/min/1,73 m²; p=0,007). Die mediane Strikturlänge betrug 9,6 cm bei RAIUR vs. 7 cm bei RAKAT. Ein RAIUR dauerte weniger lang als eine RAKAT (290 vs. 355 min; p=0,008), dafür mussten Patienten mit RAKAT nicht so lange im Krankenhaus bleiben wie RAIUR-Patienten (5 vs. 8 Tage; p=0,001). Die Gesamtzahl von Komplikationen waren nach RAIUR höher (73% vs. 31%; p=0,01), die Häufigkeit von Komplikationen ab Clavien-Dindo-Grad III waren jedoch ähnlich (13 % vs. 10 %). Im Follow-up zeigten beide Gruppen eine leicht verbesserte Nierenfunktion, niedrige Infektionsraten (13% bei RAIUR vs. 10% bei RAKAT), eine geringe Strikturpersistenz (13% bei RAIUR vs. 7,7% bei RAKAT) und einen minimalen Bedarf an Drainage oder erneuter Intervention. „Beide Ansätze stellen bei den meisten Patienten definitive Lösungen für Ureterstrikturen dar“, resümieren die Urologen. „Die Wahl der Technik sollte auf patientenspezifischen Faktoren, Patientenerwartungen und der Erfahrung des Chirurgen basieren“, raten die Autoren. (ms/BIERMANN)
Mehr erfahren zu: "Widerspruchsregelung als „Gelingensbedingung“ für mehr Organspenden" Widerspruchsregelung als „Gelingensbedingung“ für mehr Organspenden Die Bundesärztekammer hat anlässlich einer Anhörung des Ausschusses für Gesundheit des Deutschen Bundestages ihre Unterstützung für den vorliegenden Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchsregelung bei der Organspende bekräftigt.
Mehr erfahren zu: "Machtmissbrauch im Krankenhaus: Leitbild als Ausgangspunkt für Kulturwandel" Machtmissbrauch im Krankenhaus: Leitbild als Ausgangspunkt für Kulturwandel Acht Verbände setzen ein Zeichen gegen Machtmissbrauch im Krankenhaus: Ein gemeinsames Leitbild für Respekt, Sicherheit und Gleichbehandlung soll Ausgangspunkt eines nachhaltigen Kulturwandels sein.
Mehr erfahren zu: "Ambulante OP-Zentren: „Auf die Politik vertraut – jetzt droht die Pleite“" Ambulante OP-Zentren: „Auf die Politik vertraut – jetzt droht die Pleite“ Mit Blick auf ambulante OP-Zentren warnt der SpiFa vor einer Pleitewelle im nächsten Jahr. Eine Kopflose Sparpolitik drehe die dringend notwendige Reform zurück, so Dr. Helmut Weinhart, stellvertretender SpiFa-Vorstandsvorsitzender.