Langfristiger Konsum von Marihuana erhöht COPD-Risiko7. Februar 2020 © Remo – stock.adobe.com In älteren Studien ist der langfristige Konsum von Marihuana bereits mit verstärkten Atemwegssymptomen und einer chronischen Bronchitis in Zusammenhang gebracht worden. Wie sich dieser auf die Lungenfunktion auswirkt, war bislang unklar. Aus einer neuen Untersuchung geht nun hervor, dass starker Marihuana-Konsum das COPD-Risiko erhöht und die Abnahme der FEV1 bei solchen Personen beschleunigt, die gleichzeitig Tabak rauchen – und dies über den Effekt alleinigen Tabakrauchens hinaus. Die Studienautoren um Erstautor Wan C. Tan von der University of British Columbia hatten den Zusammenhang zwischen Marihuana-Konsum und dem Risiko einer spirometrisch definierten COPD (FEV1/FVC-Ratio nach Bronchodilatation <0,7) bei 5291 Personen aus der Bevölkerung sowie die Rate der FEV1-Abnahme in einer Untergruppe von 1285 Männern und Frauen untersucht. Die Probanden waren ≥40 Jahre alt und machten Angaben dazu, ob sie Marihuana und/oder Tabakzigaretten rauchten. Zudem unterzogen sich alle Studienteilnehmer zu mehreren Zeitpunkten vor und nach Bronchodilatatorinhalation einer Spirometrie. Die Analyse der FEV1-Abnahme erfolgte nach einer Adjustierung in Bezug auf Alter, Geschlecht und BMI. Ein starker Nikotin- und Marihuanakonsum war definiert als >20 Packungs- bzw. Jointjahre. Rund 20% der Studienteilnehmer, so stellten die Forscher fest, waren in der Vergangenheit Marihuanaraucher gewesen oder waren es noch, wobei die meisten (83%) gleichzeitig auch Tabakzigaretten rauchten. Unter den Marihuanakonsumenten war das COPD-Risiko signifikant erhöht (adjustierte OR 2,45; 95%-KI 1,55–3,88). Im Vergleich zu Personen, die niemals Marihuana oder Tabak geraucht hatten, war bei starkem Konsum von Marihuana bzw. Tabakzigaretten eine raschere Abnahme der FEV1 um 29,5 ml/Jahr (p=0,0007) bzw. 21,1 ml/Jahr (p<0,0001) zu beobachten. Bei Personen, die sowohl Marihuana als auch Tabakzigaretten rauchten, betrug die beobachtete Abnahme der FEV1 32,31 ml/Jahr (p<0,0001). Fazit Starker Marihuana-Konsum erhöht das COPD-Risiko und die Abnahme der FEV1 bei jenen Personen, die gleichzeitig Tabak rauchen über den Effekt alleinigen Tabakrauchens hinaus. (ac) Autoren: Tan WC et al. Korrespondenz: Wan C. Tan; [email protected] Studie: The effects of marijuana smoking on lung function in older people Quelle: Eur Respir J 2019;54(6):1900826. Web: https://doi.org/10.1183/13993003.00826-2019