Langzeitdaten unterstreichen Schlüsselrolle von Prävention und Screening bei Krebs23. Mai 2025 © SewcreamStudio – stock.adobe.com (Symbolbild) In den letzten 45 Jahren trugen Krebsprävention und -screening zum Großteil der vermiedenen Krebstodesfälle bei, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Dabei habe ihr Beitrag jedoch je nach Krebsart variiert, wie Modelle anhand von Daten zur Krebsmortalität auf Bevölkerungsebene zeigen. Um die Krebslast in den USA zu reduzieren, bräuchte es eine weitere Verbreitung wirksamer Interventionen sowie neue Technologien und Erkenntnisse, resümiert das Team um Dr. Katrina A. B. Goddard vom National Cancer Institute in Bethesda, USA. In ihrer Arbeit hatten die Wissenschaftler den Beitrag von Prävention, Screening (zur Entfernung von Vorstufen [Interzeption] oder Früherkennung) und Behandlung zur kumulativen Anzahl der von 1975–2020 verhinderten Krebstodesfälle bei Mamma-, Zervix-, Kolorektal-, Lungen- und Prostatakarzinomen quantifiziert. Dazu wurden in der modellbasierten Studie mit Daten zur Krebsmortalität auf Bevölkerungsebene Ergebnisse veröffentlichter Modelle des Cancer Intervention and Surveillance Modeling Network erweitert. Wie das Team ausführt, basierten die Modelleingaben auf nationalen Daten zu Risikofaktoren, Krebsinzidenz, Krebsüberleben und Mortalität aufgrund anderer Ursachen sowie zur Verbreitung und Wirkung von Prävention, Screening (zwecks Interzeption und Früherkennung) und Behandlung. Es wurden simulierte oder modellierte Daten mit Parametern aus mehreren Geburtskohorten der US-Bevölkerung verwendet. Wie die Ergebnisse zeigten, wurden insgesamt schätzungsweise 5,94 Mio. Krebstodesfälle durch Mamma-, Zervix-, Kolorektal-, Lungen- und Prostatakarzinome verhindert. Dabei beugten Prävention und Screening 8/10 dieser Todesfälle vor (4,75 Mio. verhinderte Todesfälle). Der Beitrag der einzelnen Interventionen habe je nach Krebsart variiert, berichten Goddard et al. So habe das Screening 25% der verhinderten Brustkrebstodesfälle beigetragen. Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs seien durch das Screening und die Entfernung von Krebsvorstufen fast vollständig verhindert worden, da die Behandlungsfortschritte während des Untersuchungszeitraums gering gewesen seien. Darmkrebs-Todesfälle wurden durch Screening und Entfernung von präkanzerösen Polypen oder Früherkennung in 79% und durch Behandlungsfortschritte in 21% verhindert. Hingegen wurden die meisten Lungenkrebs-Todesfälle durch die Raucherentwöhnung vermieden (98%), da die Inanspruchnahme des Screenings gering und die Behandlung vor 2014 weitgehend palliativ war. Beim Prostatakarzinom trug das Screening mit 56% zu den verhinderten Todesfällen bei. FazitIn den letzten 45 Jahren waren Krebsprävention und -vorsorge für die meisten verhinderten Krebstodesfälle verantwortlich, ihr Beitrag variierte jedoch je nach Krebsart. (sf) Autoren: Goddard KAB et al.Korrespondenz: Katrina Goddard; [email protected]Studie: Estimation of Cancer Deaths Averted From Prevention, Screening, and Treatment Efforts, 1975–2020Quelle: JAMA Oncol 2025;11(2):162–167. Web: https://doi.org/10.1001/jamaoncol.2024.5381