Langzeiteffekt von Asthma auf die Entwicklung einer Adipositas9. Juni 2023 © AntonioDiaz – stock.adobe.com (Symbolbild) In der Zeitschrift „Thorax“ berichtete kürzlich eine internationale Arbeitsgruppe über die nach ihren eigenen Angaben erste Studie, die zeigt, dass erwachsene Asthmatiker ein höheres Risiko für die Entwicklung einer Fettleibigkeit besitzen als Personen ohne Asthma. Die Wissenschaftler um Erstautor Subhabrata Moitra von der medizinischen und zahnheilkundlichen Fakultät der University of Alberta (Kanada) kamen zu ihren Ergebnissen durch die Verwendung von Daten aus dem European Community Respiratory Health Survey (ECRHS). Dabei handelt es sich um eine Kohortenstudie in 11 europäischen Ländern und Australien. Sie wurde in 3 Wellen im Zeitraum 1990–2014 in Abständen von etwa 10 Jahren durchgeführt. Für ihre aktuelle Analyse betrachteten die Forschenden 2 Studienzeiträume: ECRHS I (t) bis ECRHS II (t+1) und ECRHS II (t) bis ECRHS III (t+1). Ausgeschlossen von der aktuellen Auswertung wurden Personen, die zum Zeitpukt t bereits adipös waren (Body-Mass-Index ≥30 kg/m2). Das relative Risiko (RR) für Adipositas bei t+1 in Verbindung mit Asthma bei t schätzte man mittels multivariabler modifizierter Poisson-Regression (Lag) mit wiederholten Messungen. Darüber hinaus untersuchten die Wissenschaftler den Zusammenhang von Atopie- und Asthmamedikamenten mit der Entwicklung einer Adipositas. Aufgenommen in die Auswertung wurden schließlich 7576 Teilnehmende für die Phase ECRHS I–II (51,5% Frauen, Durchschnittsalter 34 [SD 7] Jahre) und 4976 für die Phase ECRHS II–III (51,3% Frauen, Durchschnittsalter 42 [SD 8] Jahre). Die Entwicklung einer Fettleibigkeit beobachteten die Studienautoren bei 9% (ECRHS I–II) bzw. 15% (ECRHS II–III). Das Risiko, adipös zu werden, erwies sich bei Asthmatikern als höher als bei Personen ohne Asthma (RR 1,22; 95%-KI 1,07–1,38). Es war insbesondere erhöht bei Nicht-Atopikern im Vergleich zu Atopikern (RR 1,47; 95%-KI 1,17–1,86 vs. 1,04; 95%-KI 0,86–1,27) sowie bei längerer Krankheitsdauer (>20 Jahre: RR 1,32; 95%-KI 1,10–1,59 vs. ≤20 Jahre: 1,12; 95%-KI 0,87–1,43) und Patienten unter Therapie mit oralen Corticosteroiden (OCS) (RR 1,99; 95%-KI 1,26–3,15 vs. 1,15; 95%-KI 1,03–1,28). Körperliche Aktivität spielte nach Auskunft der Forschenden bei der Vermittlung der genannten Assoziation keine Rolle. Fazit Die Studie zeigt, dass erwachsene Asthmatiker ein höheres Risiko für die Entwicklung einer Fettleibigkeit besitzen als Personen ohne Asthma. Dies betrifft laut den Verfassern der Publikation insbesondere solche Asthmapatienten, die keine Atopie aufweisen, schon seit längerer Zeit an Asthma erkrankt sind oder OCS einnehmen. (ac) Autoren: Moitra S et al. Korrespondenz: Subhabrata Moitra; [email protected] Studie: Long-term effect of asthma on the development of obesity among adults: an international cohort study, ECRHS Quelle: Thorax 2023;78(2):128–135. Web: https://doi.org/10.1136/thoraxjnl-2021-217867
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