Laser statt Tropfen: Freiburger Augenarzt zeigt effektive Glaukomtherapie in Tansania auf19. Oktober 2021 Studienleiter Heiko Philippin. Bildquelle: privat/Archiv Biermann Medizin Eine Studie unter Leitung der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg belegt für Tansania eine deutlich verbesserte Glaukombehandlung durch Lasertherapie im Vergleich zur Tropfentherapie. Weltweit leidet mindestens eine Milliarde Menschen an einer Sehbehinderung, die ihre Lebensqualität einschränkt. Die meisten von ihnen leben in einkommensschwachen Regionen. Eine der häufigsten Ursachen für eine schwerwiegende Sehbeeinträchtigung ist das Glaukom. Wie sich dessen Behandlung durch eine Lasertherapie deutlich verbessern lässt, konnte ein internationales Forschungsteam um Dr. Heiko Philippin, Funktionsoberarzt an der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg, zeigen. Die Ergebnisse veröffentlichten die Autoren zum Welttag des Sehens am 14. Oktober in der Fachzeitschrift “The Lancet Global Health”. Erstmals in Afrika verglichen sie in einer randomisiert-kontrollierten Studie die Wirkung der lokal häufig verwendeten Timolol-Augentropfen mit der Selektiven Lasertrabekuloplastik (SLT). Bei dieser besonders schonenden, risikoarmen Lasertherapie wird der Abfluss des Augeninnenwassers durch eine gezielte Bestrahlung bestimmter Pigmentzellen im Auge verbessert. Die Behandlung dauert nur wenige Minuten und kann bei Bedarf auch mehrfach wiederholt werden. Insgesamt 201 Glaukompatienten wurden am Kilimanjaro Christian Medical Centre in Moshi, Tansania, einer der beiden Behandlungsmethoden zugeteilt. „Wir konnten zeigen, dass die Lasertherapie den Augendruck nach einem Jahr in 61 Prozent der Fälle erfolgreich gesenkt hatte. Mit Augentropfen wurde ein vergleichbarer Erfolg nur in 31 Prozent der Fälle erzielt“, sagt Philippin. Nebenwirkungen und Komplikationen traten bei beiden Behandlungsmethoden selten auf. Auch der Erhalt von Sehfunktion und Lebensqualität sowie die Akzeptanz der Behandlungsmethoden waren vergleichbar. „Je nach Anzahl der jährlich durchgeführten Laserbehandlungen ließe sich diese Behandlung zu ähnlichen Kosten wie die Versorgung mit Augentropfen anbieten“, so Philippin. „Mit der weltweit steigenden Lebenserwartung nehmen auch altersbezogene Augenerkrankungen wie das Glaukom stark zu. Umso wichtiger ist es, hierfür weltweit geeignete Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen“, bekräftigt der Ärztliche Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg Prof. Thomas Reinhard die Relevanz der Studienergebnisse. Original-Publikation: Selective laser trabeculoplasty versus 0·5% timolol eye drops for the treatment of glaucoma in Tanzania: a randomised controlled trial. DOI: 10.1016/S2214-109X(21)00348-X Finanzierung der Studie: Christoffel Blindenmission (www.cbm.org) und Seeing is Believing Innovation Fund, eine Kooperation der Standard Chartered Bank und der International Agency for Prevention of Blindness (IAPB).
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