Laserbehandlung verringert Risiko bei Blasenkrebs mit gleichzeitiger Blasenauslassobstruktion17. April 2026 Blasenauslassobstruktion (Symbolbild). Grafik: Pepermpron – stock.adobe.com Die Behandlung einer Blasenauslassobstruktion (BOO) per Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP) scheint ein Schutzfaktor gegen Rezidiv und Progression bei Blasenkrebs zu sein. Das ergibt eine Beobachtungsstudie aus Italien. Erstautor Angelo Porreca vom Humanitas Gavazzeni Hospital in Bergamo und Kollegen betonen im „Journal of Endourology“, dass BOO und Harnverhalt aufgrund der verlängerten Urothelbelastung durch Karzinogene, chronische Entzündungen und unvollständige Blasenentleerung Risikofaktoren für Rezidive und Progression bei Blasenkrebs darstellen. Per HoLEP ließen sich das obstruierende Prostatagewebe vollständig entfernen und somit die Harnabflussstörung beheben. In ihrer Studie wollten sie herausfinden, ob die HoLEP-Therapie durch Verbesserung der Miktionsdynamik und Reduktion des Restharnvolumens tatsächlich eine Rolle dabei spielt, Rezidive und die Progression von Blasenkrebs zu vermeiden. Anhand einer prospektiv geführten multizentrischen Datenbank führten die Urologen eine retrospektive Fall-Kontroll-Studie durch, in der sie Patienten mit und ohne HoLEP-Behandlung gegenüberstellten. Bei allen Patienten war erstmals ein nichtmuskelinvasiver Blasenkrebs mit Harnabfluss-Störung und Harnverhalt diagnostiziert worden. 100 mit HoLEP behandelte konsekutive Patienten (Fälle) mit mindestens dreimonatiger Tumorfreiheit wurden mit 200 Patienten (Kontrollen) mit denselben Ausgangscharakteristika verglichen, die keine HoLEP erhalten hatten. Die Wissenschaftler evaluierten das Restharnvolumen, ermittelten den Internationalen Prostata- Symptom-Score (IPSS) sowie die Rezidiv- und Progressionsraten des Blasenkrebses. Zur Beurteilung des Zusammenhangs zwischen der Beseitigung von BOO und Harnverhalt durch HoLEP und dem Rezidiv bzw. der Progression des Blasenkarzinoms nutzten sie t-Test, χ²-Test, logistische Korrelationen und multivariate Analysen. Rezidiv- und Progressionsraten signifikant niedriger Patienten, die mit HoLEP behandelt wurden, zeigten im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikante Reduktion des Restharnvolumens (p<0,01). Die HoLEP-Gruppe wies statistisch signifikante Verbesserungen im IPSS auf, was auf eine bessere Kontrolle der Harnwegssymptome hindeutet. Die Rezidiv- und Progressionsraten waren in der HoLEP-Gruppe signifikant niedriger (p<0,01). Die multivariate Analyse identifizierte die Beseitigung der BOO durch HoLEP als unabhängigen Prädiktor für ein reduziertes Rezidivrisiko des Blasenkarzinoms (Odds Ratio 0,65; 95 %-Konfidenzintervall 0,45–0,85; p<0,001). Die Kontrollgruppe zeigte ein anhaltend erhöhtes Restharnvolumen sowie höhere Rezidiv- und Progressionsraten des Blasenkarzinoms. (ms/BIERMANN)
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