LASIK oder Kontaktlinsen: Womit sind die Patienten zufriedener?8. Oktober 2026 Symbolbild:©contrastwerkstatt-stock.adobe.com Eine Metaanalyse deutet darauf hin, dass Menschen nach einer LASIK zufriedener mit ihrer Sehkorrektur sind als Kontaktlinsenträger. Ob eine LASIK auch die Lebensqualität verbessert, lässt sich aufgrund der heterogenen Studienlage dagegen nicht eindeutig beurteilen. Das berichtet eine Forschungsgruppe in der Fachzeitschrift „Eye & ENT Research“. Die laserassistierte In-situ-Keratomileusis (LASIK) und Kontaktlinsen werden häufig zur Korrektur von Refraktionsfehlern eingesetzt. Beide Verfahren unterscheiden sich jedoch unter anderem hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Lebensqualität, die Patientenzufriedenheit und das Auftreten trockener Augen. Die Gruppe um Dr. Maisara Shehab von der Medizinischen Fakultät der Universität Kairo (Ägypten) verglich diese Endpunkte bei Personen nach LASIK und bei Kontaktlinsenträgern. Eine umfassende Literatursuche ergab vier Studien mit insgesamt 2141 Teilnehmenden, von denen 1275 eine LASIK erhalten hatten und 866 Kontaktlinsen verwendeten. Primärer Endpunkt war die Lebensqualität, sekundäre Endpunkte waren die Patientenzufriedenheit und trockene Augen. Kein eindeutiger Vorteil der LASIK bei der Lebensqualität Für die Lebensqualität konnten drei Studien mit 341 Teilnehmenden in einer Metaanalyse zusammengefasst werden. Dabei zeigte sich zunächst ein moderater Vorteil zugunsten der LASIK (SMD 0,45; 95%-KI 0,23–0,67; p < 0,0001). Die Ergebnisse der einzelnen Studien unterschieden sich jedoch erheblich. Wurde diese Heterogenität bei der statistischen Auswertung berücksichtigt, war der Vorteil nicht mehr statistisch signifikant (SMD 0,21; 95%-KI -0,76–1,18; p = 0,668). Eine Sensitivitätsanalyse, in der die Studie mit einer ausschließlich weiblichen Kontaktlinsengruppe ausgeschlossen wurde, ergab dagegen einen signifikanten Vorteil für LASIK (SMD 0,65; 95%-KI 0,40; 0,89). Shehab und seine Kollegen führen diese unterschiedlichen Ergebnisse unter anderem auf verschiedene Instrumente zur Erfassung der Lebensqualität zurück. Auch könnten Unterschiede zwischen den untersuchten Populationen die Unterschiede begründen. Patientenzufriedenheit spricht deutlicher für LASIK Deutlicher waren die Unterschiede bei der Patientenzufriedenheit. Insgesamt waren 88 Prozent der Personen nach LASIK zufrieden, verglichen mit 54 Prozent der Kontaktlinsenträger. Von den Teilnehmenden, die von Kontaktlinsen zu einer LASIK gewechselt hatten, bevorzugten 97 Prozent anschließend die operative Sehkorrektur. Auch unerwünschte Ereignisse wurden nach LASIK seltener berichtet. Allerdings lagen vergleichende Daten hierzu nur aus einer der eingeschlossenen Studien vor: Dort traten unerwünschte Ereignisse bei 9,5 Prozent der LASIK-Gruppe und 19,9 Prozent der Kontaktlinsengruppe auf. Eine weitere Studie berichtete für LASIK eine Rate von 6,7 Prozent. Sie enthielt jedoch keine entsprechenden Daten für Kontaktlinsen. Zu den erfassten Ereignissen gehörten unter anderem Abrasionen, Infektionen und Ulzera. Beurteilung für LASIK sollte Risiko für trockene Augen berücksichtigen Beim Risiko für trockene Augen zeigte sich ein gemischtes Bild. Nach LASIK wurden vor allem in der frühen postoperativen Phase bei 50 bis 58 Prozent der Behandelten akute Beschwerden beschrieben. Bei Kontaktlinsenträgern wurden chronisch trockene Augen bei 71 Prozent berichtet. Aufgrund unterschiedlicher Definitionen und Erfassungszeiträume lassen sich diese Zahlen allerdings nur eingeschränkt direkt miteinander vergleichen. Die Studienautoren sehen damit vor allem bei der Patientenzufriedenheit einen Vorteil für LASIK. Für die Lebensqualität seien dagegen keine eindeutigen Schlussfolgerungen möglich. Bei Menschen mit Symptomen trockener Augen oder anderen Problemen der Augenoberfläche sollte die geeignete Methode zur Sehkorrektur daher individuell gewählt werden. Insbesondere das Risiko für trockene Augen sollte bereits bei der Beurteilung der Eignung für eine LASIK berücksichtigt werden. (nec/BIERMANN)
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