LDL-Cholesterin: Add-on-Therapie senkt Spiegel bei Patienten mit hohem Herzrisiko18. Mai 2020 © Art_Photo – stock.adobe.com (Symbolbild) Patienten, die mit verfügbaren lipidsenkenden Therapien keine ausreichende Senkung des LDL-C-Spiegels (Low Density Lipoprotein Cholesterin) erreichen, benötigen zusätzliche Behandlungsoptionen. Ziel der vorliegenden Studie aus den Vereinigten Staaten war es, die Wirksamkeit von Bempedosäure im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit einem hohen kardiovaskulären Risiko zu bewerten, die bereits eine maximal tolerierte lipidsenkende Therapie erhalten hatten. Von November 2016 bis September 2018 wurde eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie an 91 klinischen Standorten in Nordamerika und Europa durchgeführt. Insgesamt 779 Patienten mit atherosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie oder beidem erfüllten die Randomisierungskriterien, einschließlich eines LDL-C-Spiegels von 70 mg/dl (1,8 mmol/l) oder mehr, während sie eine maximal tolerierbare lipidsenkende Therapie erhielten. Die Patienten wurden 2:1 randomisiert und 1-mal täglich 52 Wochen lang mit Bempedosäure 180 mg (n=522) oder Placebo (n=257) behandelt. Der primäre Endpunkt war die prozentuale Änderung des LDL-C-Spiegels in Woche 12 gegenüber dem Ausgangswert. Zu den sekundären Endpunkten gehörten Änderungen der Lipidspiegel, Lipoproteinen und Biomarkern. Von 779 randomisierten Patienten (Durchschnittsalter 64,3 Jahre; 283 Frauen [36,3%]) beendeten 740 (95,0%) die Studie. Zu Studienbeginn betrug der mittlere LDL-C-Spiegel 120,4 mg/dl (Standartabweichung [SD] 37,9). Bempedosäure senkte den LDL-C-Spiegel in Woche 12 signifikant stärker als Placebo (–15,1% gegenüber 2,4%; Differenz –17,4% [95%-Konfidenzintervall[KI] –21,0% bis –13,9%]; p<0,001). In Woche 12 wurden signifikante Reduktionen mit Bempedosäure vs. Placebo für nicht High-Density Lipoproteincholesterin beobachtet (–10,8% vs. 2,3%; Differenz –13,0% [95%-KI, –16,3% bis –9,8%]; p<0,001), Gesamtcholesterin (–9,9% vs. 1,3%; Differenz –11,2% [95%-KI, –13,6% bis –8,8%]; p<0,001), Apolipoprotein B (–9,3% vs. 3,7%; Differenz –13,0% [95%-KI –16,1% bis –9,9%]; p<0,001) und hochempfindliches C-reaktives Protein (Median –18,7% vs. –9,4%; Differenz –8,7%; p=0,04). Häufige unerwünschte Ereignisse waren Nasopharyngitis (5,2% vs. 5,1% mit Bempedosäure bzw. Placebo), Harnwegsinfektionen (5,0% vs. 1,9%) und Hyperurikämie (4,2% vs. 1,9%). Fazit Bei Patienten mit hohem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die eine maximal tolerierbare Statintherapie erhielten, führte die Zugabe von Bempedosäure im Vergleich zu Placebo über 12 Wochen zu einer signifikanten Senkung des LDL-C-Spiegels. Es sind allerdings weitere Untersuchungen erforderlich, um die Dauer und den klinischen Effekt sowie die langfristige Sicherheit zu bewerten, so das Fazit der Wissenschaftler. (rl) Autoren: Goldberg AC et al. Korrespondenz: Anne C. Goldberg; Washington University School of Medicine, St. Louis, Missouri Studie: Effect of Bempedoic Acid vs Placebo Added to Maximally Tolerated Statins on Low-Density Lipoprotein Cholesterol in Patients at High Risk for Cardiovascular Disease: The CLEAR Wisdom Randomized Clinical Trial Quelle: JAMA 2019;322(18):1780–1788 Web: https://doi.org/10.1001/jama.2019.16585