Lebensqualität: Katheterablation scheint Antiarrhythmika überlegen16. Juli 2019 © vegefox.com – fotolia.com Bei Patienten mit symptomatischem Vorhofflimmern (VHF) fiel die Lebensqualität in der CAPTAF-Studie nach 12 Monaten bei den mit Katheterablation behandelten Patienten besser aus als bei jenen unter Antiarrhythmika.Obwohl die Studie durch mangelnde Verblindung eingeschränkt gewesen sei, könne die Katheterablation für die Lebensqualität vorteilhaft sein, so das Team um Dr. Carina Blomström-Lundqvist, Universität Uppsala. Die Studie wurde an 4 Universitätskliniken in Schweden und 1 in Finnland durchgeführt. Aufgenommen wurden 155 Patienten (30–70 Jahre) mit >6 Monaten VHF und Therapieversagen mit 1 Antiarrhythmikum oder b-Blocker. Das Follow-up lief über 4 Jahre. Wichtigste Ausschlusskriterien: Ejektionsfraktion <35%, linksatrialer Durchmesser >60 mm, Abhängigkeit von ventrikulärer Stimulation und vorherige Ablation. Von den Patienten wurden 79 für die Pulmonalvenenisolation und 76 für zuvor nicht getestete Antiarrhythmika randomisiert. Von diesen 155 Patienten (Durchschnittsalter 56,1 Jahre; 22,6% Frauen) schlossen 97% die Studie ab. Von den 79 Patienten, die für eine Ablation randomisiert worden waren, erhielten 75 eine Ablation, darunter 2, die auf Medikamente umgestiegen waren, und 14, die sich wiederholten Ablationseingriffen unterzogen. Von den 76 für Antiarrhythmika randomisierten Patienten erhielten 74 diese tatsächlich, darunter 8, die zur Ablation übergingen, und 43, bei denen das 1. Medikament versagte. Der General-Health-Score stieg von 61,8 auf 73,9 Punkte in der Ablationsgruppe vs. 62,7 auf 65,4 Punkte in der Medikationsgruppe (Differenz 8,9 Punkte; 95%-KI 3,1–14,7; p=0,003). Von 26 sekundären Endpunkten wurden 5 analysiert; 2 waren 0 und 2 waren statistisch signifikant, inkl. der Abnahme der Last an Vorhofflimmern (von 24,9% auf 5,5% in der Ablationsgruppe vs. von 23,3% auf 11,5% in der Medikamentengruppe; Differenz –6,8%; 95%-KI –12,9 bis –0,7; p=0,03). Von den Health-Survey-Subskalen verbesserten sich 5 von 7 signifikant. Die häufigsten nachteiligen Ereignisse waren Urosepsis (5,1%) in der Ablations- und atriale Tachykardie (3,9%) in der Medikamentengruppe. Fazit Bei Patienten mit symptomatischem Vorhofflimmern war die Verbesserung der Lebensqualität nach 12 Monaten bei den mit Katheterablation behandelten Patienten größer als bei den mit Antiarrhythmika behandelten Patienten. (sf) Autoren: Blomström-Lundqvist C et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Effect of Catheter Ablation vs Antiarrhythmic Medication on Quality of Life in Patients With Atrial Fibrillation: The CAPTAF Randomized Clinical Trial Quelle: JAMA 2019;321(11):1059–1068. Web: https://doi.org/10.1001/jama.2019.0335