Lebensstilintervention in der INSIGHT-COPD-Studie: Maßnahme führte zu Gewichtsverlust, nicht aber zu Linderung der Dyspnoe

SEATTLE (Biermann) – Kann eine Intervention mit geringer Intensität zur Reduktion von Übergewicht oder Fettleibigkeit bei Patienten mit Chronisch-obstruktiver Lungen­erkrankung (COPD) zu einer Besserung hinsichtlich funktioneller Beeinträchtigungen führen?

Diese Fragestellung war Gegenstand der Studie INSIGHT (Intervention Study in Overweight Patients with COPD), einer 12-monatigen, multizen­trischen, pragmatischen klinischen Studie, für die zwischen April 2017 und August 2019 an 38 Standorten in den USA 684 Teilnehmer rekrutiert wurden.

Die Probanden erhielten nach Randomisierung entweder eine Standardversorgung oder diese Standardversorgung plus Lebensstilintervention. Bei dieser Maßnahme handelte es sich um ein von den Patienten selbst gesteuertes Videoprogramm, in dem das Group-Lifestyle-Balance-Curriculum des Diabetes Prevention Program vermittelt wurde.

Der primäre Endpunkt der Untersuchung bestand im Ergebnis beim 6-min-Gehtest nach 12 Monaten. Vorrangige sekundäre Endpunkte waren die nach dem Gehtest angewendete modifizierte Borg-Skala für Dyspnoe nach 12 Monaten und das Körpergewicht nach 12 Monaten. Die an der Studie teilnehmenden Personen waren im Mittel 67,0±8,0 Jahre alt, bei 41,2 % handelte es sich um Frauen. Im Durchschnitt waren die Probanden adipös (Body-Mass-Index 33,0±4,6 kg/m2) und litten an einer mittelschweren COPD (1-Sekunden-Kapazität in % vom Soll 58,1±15,7).

Nach 12 Monaten legten die in den Interventionsarm randomisierten Teilnehmer beim Test eine längere Wegstrecke zurück (adjustierte Differenz 12,9 m [42,3 Fuß; 95 %-KI 7,9–76,7; p=0,02), hatten am Ende des 6-min-Gehtests weniger Dyspnoe (adjustierte Differenz -0,36; 95 %-KI -0,63 bis -0,09; p=0,008) und mehr Gewicht verloren (adjustierte Differenz -1,34 kg; 95 %-KI -2,33 bis -0,34); p=0,008) als die als Kontrollen dienenden Teilnehmer.

Die Intervention erhöhte laut den Autoren der Arbeit nicht die Wahrscheinlichkeit, klinisch bedeutsame Schwellenwerte für die Gehstrecke (29,9 m [98,4 Fuß]) oder Atemnot (1 Einheit) zu erreichen, wohl aber die Chance, auf bedeutsame Schwellenwerte für den Gewichtsverlust zu kommen (3 % und 5 %). (ac)

Autoren: Au DH et al.
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Studie: Lifestyle Intervention and Excess Weight in Chronic Obstructive Pulmonary Disease (COPD): INSIGHT COPD Randomized Clinical Trial
Quelle: Ann Am Thorac Soc 2023;20(12):1743–1751.
doi: 10.1513/AnnalsATS.202305-458OC