Leberstoffwechsel: Sportliche Betätigung wirkt sich geschlechterspezifisch aus6. Oktober 2026 Abbildung: Lustre Art Group/stock.adobe.com Sport wirkt sich positiv auf nahezu alle Körperfunktionen aus – darunter auch auf die Leber und den Stoffwechsel. Neue Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass diese positiven Effekte bei Männern und Frauen unterschiedlich ausfallen können. Die Ergebnisse könnten zur Entwicklung personalisierter Therapien für Patienten mit Lebererkrankungen beitragen. Forschende von der Universität Missouri haben in einer aktuellen Studie herausgefunden, dass Ausdauertraining die Energieproduktion in den Leberzellen verändert. Dieser Prozess – der Krebs- oder Citrat-Zyklus, benannt nach dem Mediziner und Biochemiker Hans Adolf Krebs – findet in den Mitochondrien der einzelnen Zellen statt. Bei weiblichen Ratten wurden mehr Proteine mithilfe des Krebs-Zyklus gebildet, während bei männlichen Ratten mehr Proteine durch eine chemische Reaktion, die den Zyklus auslöst, modifiziert oder umgebaut wurden. „Männliche und weibliche Leberzellen passen sich Ausdauertraining über unterschiedliche molekulare Signalwege an, wodurch die für die Energieproduktion verantwortlichen Zellstrukturen umgebaut werden“, erläutert Studienleiter Scott Rector. „Man kann es sich so vorstellen, als würden weibliche Ratten mehr Proteine produzieren, während männliche Ratten mehr ihrer vorhandenen Proteine verändern. Es handelt sich hierbei um subtile Veränderungen im zellulären Energiestoffwechsel, und ein Geschlecht weist nicht zwangsläufig eine ‚bessere‘ Anpassung auf.“ Gründe für unterschiedliche Anpassungen sind unklar Rector und sein Team stellten fest, dass Ausdauertraining die Lebergesundheit bei beiden Geschlechtern verbesserte: Zu beobachten war eine Reduzierung des Leberfetts, eine besserte Cholesterinverwertung und -ausscheidung sowie weniger Marker für Fibrose. Männer schienen dabei mehr Cholesterin auszuscheiden als Frauen. „Warum diese unterschiedlichen Anpassungen auftreten, ist noch unklar. Wir planen jedoch zu untersuchen, wie sich diese Veränderungen im zellulären Energiezyklus auf den Stoffwechsel auswirken, also darauf, wie der Körper Energie erzeugt und nutzt“, so Rector. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Ausdauer- und regelmäßiges Training die Stoffwechselprozesse optimieren.“ Weitere Entdeckungen könnten präzisere und individuellere Behandlungsansätze für Menschen mit Stoffwechseldysfunktion-bedingter steatotischer Lebererkrankung ermöglichen. (ac/BIERMANN)
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