Leibniz-Promotionspreis für Dr. med. Oana Patricia Zaharia

Dr. med. Oana Patricia Zaharia vom Deutsches Diabetes-Zentrum - Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung, Trägerin des Promotionspreises 2021 der Leibniz-Gemeinschaft, Kategorie Natur- und Technikwissenschaften. Foto: privat
Dr. med. Oana Patricia Zaharia vom Deutsches Diabetes-Zentrum – Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung, Trägerin des Promotionspreises 2021 der Leibniz-Gemeinschaft, Kategorie Natur- und Technikwissenschaften. Foto: privat

Die Leibniz-Gemeinschaft zeichnet die herausragenden Doktorarbeiten der Politikwissenschaftlerin Pola Lehmann aus Berlin in der Kategorie Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Medizinerin Oana Patricia Zaharia aus Düsseldorf in der Kategorie Natur- und Technikwissenschaften mit dem Leibniz-Promotionspreis aus. Die beiden Arbeiten wurden als beste aus mehr als 800 Promotionsvorhaben ausgewählt, die im Jahr 2020 an Leibniz-Instituten abgeschlossen wurden.

Dr. med. Oana Patricia Zaharia (31) hat sich im Rahmen ihrer Promotion am Deutsches Diabetes-Zentrum – Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (DDZ) mit der Neugliederung der Diabetes-Klassifikation und deren Bedeutung für den Verlauf der Erkrankung beschäftigt. Sie bestätigte/validierte eine neuartige Form der Klassifikation der Krankheit, die fünf statt zwei verschiedener Typen unterscheidet. Dafür werden neben den klassischen Kriterien – Blutglukose und Inselzellantikörpern – einfach zu erhebende Faktoren wie das Alter bei der Diagnose oder die Körperfettmaße berücksichtigt. Außerdem wies die Medizinerin nach, dass bestimmte Gruppen von Erkrankten ein unterschiedliches Risiko für mögliche Folgeerkrankungen wie etwa die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung haben. Die Studie sei damit von überragender klinisch-praktischer Bedeutung für die Entwicklung der Präzisionsmedizin und leite einen Paradigmenwechsel ein, betonte der Wissenschaftliche Vorstand des DDZ, Michael Roden. Sie ermögliche erstmals, das Risiko für eine Erkrankung abzuschätzen und bilde die Grundlage für eine personalisierte Prävention sowie maßgeschneiderte Behandlung. Schon heute werden die Erkenntnisse der Arbeit in einigen universitären Zentren zur besseren Diagnostik herangezogen. Ihre Ergebnisse hat Oana Patricia Zaharia unter anderem im renommierten Journal The Lancet Diabetes & Endocrinology veröffentlicht und auf zahlreichen einschlägigen Tagungen präsentiert.

Oana Patricia Zaharia stammt aus Rumänien, wo sie zunächst Humanmedizin studierte. Nach ihrer Approbation als Ärztin war sie von 2016 bis 2020 als ärztliche und wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am DDZ tätig. Im Jahr 2020 wurde sie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf promoviert. Seitdem arbeitet sie als Assistenzärztin in der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf und forscht als Gastwissenschaftlerin am DDZ. Im selben Jahr erhielt sie den Förderpreis der Deutschen Diabetes-Gesellschaft. Sie engagiert sich bei Veranstaltungen zur Prävention und Gesundheitsförderung und hält Vorträge vor Selbsthilfegruppen.