Leipziger Diakonissenkrankenhaus investiert in Weaning-Behandlungseinheit20. Juli 2022 Dr. Thomas Blankenburg ist Chefarzt der Klinik für Pneumologie und Kardiologie und verantwortet die Weaning-Behandlung im Diakonissenkrankenhaus Leipzig. Foto: Kay Zimmermann Auf der Intensivstation des Leipziger Diakonissenkrankenhaus wurde ein eigener Weaning-Bereich mit sechs Plätzen eingerichtet. Dafür hat das Diakonissenkrankenhaus laut eigenen Angaben über 200.000 Euro aus Eigenmitteln investiert. Patienten, die über einen längeren Zeitraum auf eine künstliche Beatmung angewiesen sind, benötigen in der Regel eine Entwöhnungstherapie, das sogenannte prolongierte Weaning, um das selbständige Atmen wieder zu lernen. Das medizinisch-therapeutische Angebot besteht im Diakonissenkrankenhaus Leipzig schon geraume Zeit, indem die Intensivstation seit dem Neubau vor wenigen Jahren die nötigen hochmodernen Räumlichkeiten enthält. Der neue Weaning-Bereich wurde nun mit einer kleinen internen Eröffnungsveranstaltung offiziell in Betrieb genommen. Im Weaning-Zentrum arbeiten Intensivmediziner und Pneumologen mit Atmungs- und Physiotherapeuten zusammen. Zu einem Weaning-Zentrum gehört, neben einem spezialisierten Weaning-Bereich auf einer Intensivstation, auch eine spezialisierte Heimbeatmungsstation sowie die enge Kooperation u. a. mit der Neurologie und der HNO. Die Entwöhnung von der Beatmung braucht bei den Patienten im Durchschnitt 15 bis 20 Tage, manchmal auch zwei Monate. Die Behandlung reicht von einer allgemeinen körperlichen Kräftigung über die Hilfe bei Bewusstseins- und Schluckstörungen bis zum Training der Atemmuskulatur. Das Diakonissenkrankenhaus gibt an, dass rund zwei Drittel der Weaning-Patienten ohne Beatmung aus dem eigenen Weaning-Zentrum entlassen werden könnten. Patienten, die dennoch auf ein Beatmungsgerät angewiesen bleiben, würden weiterhin im Weaning-Zentrum betreut – mit der Intention, dass eine Entwöhnung für sie eventuell zu einem späteren Zeitpunkt möglich sei. „Die Entwöhnung von der Beatmung gehört zwar auf allen Intensivstationen zum Standardangebot, doch erfordert die Therapie gerade in schwierigen Fällen und bei chronischen Verläufen sehr viel Erfahrung“, erläutert Dr. Thomas Blankenburg, der als Chefarzt der Klinik für Pneumologie und Kardiologie die Weaning-Behandlung im Diakonissenkrankenhaus verantwortet. „Werden beatmete Patienten am Ende ihres Aufenthalts auf Intensivstation gleich in einem Weaning-Zentrum vorgestellt, erspart man ihnen häufig einen langen Leidensweg mit künstlicher Beatmung. Optimal wäre es, alle beatmeten Patientinnen und Patienten regelmäßig in spezialisierten Weaning-Zentren zu untersuchen. Vermutlich könnten dadurch noch mehr Menschen zu einem selbstbestimmten Leben ohne Langzeitbeatmung zurückfinden.“ Das Weaning-Zentrum des Diakonissenkrankenhauses Leipzig bereitet sich auf eine Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin vor. Das Zertifikat „Entwöhnung von der Beatmung“ der Deutschen Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin konnte bereits erlangt werden.
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