Leipziger Netzwerk begleitet transsexuelle Personen3. April 2020 Der 31. März wird seit einigen Jahren als “International Transgender Day of Visibility” begangen. Um die Sichtbarkeit hervorzuheben, weht die Regenbogenfahne am UKL. Foto: Verena Kämpgen / UKL Ein Netzwerk mit den verschiedensten medizinischen Fachbereichen ist am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) für die Therapie von transgeschlechtlichen Personen aufgebaut worden. Ärzte und Wissenschaftler hülfen mit ihrem Wissen und Können den Betroffenen, ihr empfundenes Geschlecht und ihren Körper in Einklang zu bringen, heißt es in einer aktuellen Mitteilung. Die zentrale Anlaufstelle am UKL ist Dr. Kurt Seikowski, Psychologe und Psychotherapeut. Bei der Diagnose Transsexualität “können von Ärzten und Patienten gemeinsam die sinnvollsten Methoden gewählt werden, den Leidensdruck zu nehmen”, so der Leipziger Psychologe, der im vergangenen Jahr sogar 605 Transsexuelle betreut hat. Endokrinologen wie Dr. Haiko Schlögl stehen den Patienten vertrauensvoll bei der Hormontherapie zur Seite. Denn diese ist keineswegs nur eine einfache Verschreibung von Medikamenten ist. “Die gegengeschlechtliche Hormon-Therapie ist ein erheblicher Eingriff, der zu weitreichenden und meist irreversiblen Konsequenzen führt und deshalb auch Risiken birgt”, sagt er. Wird eine geschlechtsangleichende Operation von den Patienten gewünscht und wird diese von der jeweiligen Krankenkasse genehmigt, können Prof. Stefan Langer, Leiter der plastischen und ästhetischen Chirurgie am UKL, und Prof. Bahriye Aktas, Direktorin der Universitäts-Frauenklinik, aktiv werden. “Es sind alles sehr anspruchsvolle Operationen”, so Langer. In Leipzig erfolgt für Transfrauen die Penis-zu-Scheide-Umgestaltung mit zwei Operationen im Abstand von drei Monaten. Wird es gewünscht, kann eine weibliche Brust durch die Einlage von Implantaten aufgebaut werden. Für Transmänner hingegen ist es wichtig, die Brüste zu verlieren. Im Genitalbereich kann Langer einen künstlichen Penis aufbauen. Zwei- bis dreimal im Monat nimmt Langer geschlechtsangleichende Operationen vor. “Es ist schon erstaunlich, was durch die Operationen, die übrigens von den Krankenkassen voll bezahlt werden, an neuem Körpergefühl und Selbstwert entsteht”, berichtet er. Am UKL stünden bei Bedarf weitere medizinische Fachbereiche den Transsexuellen auf ihrem Weg zu sich selbst zur Seite, beispielsweise, wenn es um die Änderung der Stimmhöhe oder die Entfernung von Gesichtshaar geht. (UKL/ms)
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