Leipziger Symposium zum deutsch-brasilianischen Austausch für O&U

Jan Theopold (li.) von der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie im Gespräch mit Dr. Gustavo F. Morato aus Brasilien. (Foto: Stefan Straube/UKL)

Seit zwölf Jahren besteht ein Austauschprogramm zwischen Leipziger Unfallchirurgen/Orthopäden und ihren Fachkollegen aus dem brasilianischen Belo Horizonte. Es umfasst gegenseitige Hospitationen und den Austausch von Assistenzärzten. Vom 3. bis 5. Mai kamen Gäste aus der Millionenmetropole zu einem Symposium nach Leipzig. Es ist das dritte Treffen dieser Art und das zweite in der Messestadt.

Die Teilnehmenden hiellten Rückschau und planten die Zukunft. Für einige war es die Rückkehr an
eine ehemalige Ausbildungsstätte.

Organisiert wurde das wissenschaftliche Symposium von Prof. Christoph Josten und Dr. Jan Theopold von der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie am UKL sowie von PD Dr. Stefan Klima vom Helios Park-Klinikum Leipzig.

Klimas persönliche Kontakte zu Prof. Lúcio Honório de Carvalho Junior vom Hospital Madre Teresa in Belo Horizonte waren es auch, die 2006 diesen Austausch begründeten. Durch seine Teilnahme kam damit auch einer der Initiatoren des Programms auf brasilianischer Seite nach Leipzig.

“Unsere brasilianischen Kollegen haben diesen Austausch in ihre Facharztausbildung integriert, denn vor ihrem Abschluss sind sie zwei Monate bei uns zur Hospitation”, berichtet Theopold. Hier erhielten sie Einblicke in die modernsten OP-Verfahren und -Techniken, so der UKL-Arzt.

Im Gegenzug hospitieren Leipziger Orthopäden und Unfallchirurgen jeweils vier (privat finanzierte) Wochen im staatlichen Traumazentrum von Belo Horizonte und kommen dort auch mit Fällen in Berührung, die es in Deutschland so nicht gäbe. “Das Gesundheitssystem Brasiliens funktioniert anders, die Rate an Gewaltverbrechen ist beispielsweise höher als bei uns, Unfälle im Straßenverkehr sind häufig schlimmer”, begründet es Theopold.