Leistung des PREVENT-Risiko-Scores: Für kardiovaskuläre Erkrankungen bei allen Ethnien gleich zuverlässig

Foto: © Noordeen/stock.adobe.com

Anhand der „Predicting Risk of Cardiovascular Events“(PREVENT)-Gleichungen − entwickelt von der American Heart Association − lassen sich Schätzungen des kardio­vaskulären Risikos für die Allgemeinbevölkerung erstellen. Sie wurden jedoch bisher nicht in multi­ethnischen Populationen validiert.

In einer aktuellen Studie aus den USA bewerteten die Wissenschaftler anhand einer großen, landesweiten multiethnischen Stichprobe von US-Veteranen die Anwendbarkeit von PREVENT zur Vorhersage.

Gesamtrisiko für verschiedene Kategorien kardiovaskulärer Erkrankungen

Ermittelt wurde das Gesamtrisiko für kardiovaskuläre Erkrankungen (CVD: tödlicher und nicht tödlicher Myokardinfarkt, Schlaganfall oder Herzinsuffizienz; PREVENT-CVD), für atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankungen (ASCVD: tödlicher und nicht tödlicher Myokardinfarkt oder Schlaganfall; PREVENT-ASCVD) sowie Herzinsuffizienz.

Die Ergebnisse zeigen, dass die PREVENT-Gleichungen das Risiko zuverlässig schätzen können. Zwischen den verschiedenen untersuchten ethnischen Gruppen trat eine geringe Variabilität auf. Die PREVENT-Gleichungen zeigten eine bessere Vorher­sageleistung für ASCVD als der vorherige Risiko­vorhersage-Score, die „Pooled Cohort Equations“ (PCEs).

PREVENT-Gleichung etwas besser als Zufall

Die Forschenden verglichen die Diskriminierungs- und Kalibrierungsleistung der ASCVD-Vorhersage mit PREVENT-ASCVD mit dem von PCE. Unter 2.500.291 Veteranen im Alter von 30–79 Jahren (93,9 % Männer) traten während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 5,8 Jahren (Interquartilsabstand [IQR] 3,1–8,3) 407.342 CVD-Ereignisse auf.

Der Concordance-Index (C-Index) für PREVENT-CVD betrug 0,65 (95 %-KI 0,65–0,65) in der Gesamtstichprobe und war in den verschiedenen ethnischen Gruppen ähnlich: asiatisch oder pazifische Insulaner 0,70 (95 %-KI 0,69–0,71); hispanisch 0,70 (95 %-KI 0,69–0,70); nicht hispanische Schwarze 0,68 (95 %-KI 0,68–0,69); nicht hispanische Weiße 0,65 (95 %-KI 0,64–0,65).

Die PREVENT-Gleichungen konnte das Risiko also etwas besser als der Zufall vorhersagen.

Die C-Indizes für PREVENT-ASCVD waren ähnlich wie für die PCEs und reichten von 0,61–0,63. Die Kalibrierungssteigungen für PREVENT-CVD und -ASCVD in der Gesamtstichprobe betrugen 1,09 bzw. 1,15 (Standardfehler jeweils=0,04). Beide unterschätzten das Risiko daher leicht.

Im Gegensatz dazu zeigten die PCEs eine deutliche Überschätzung des ASCVD-Risikos mit einer Steigung von 0,51 (Standardfehler=0,06). Die Kalibrierungs­steigungen von PREVENT und PCEs waren in allen ethnischen Gruppen vergleichbar, die Variabilität in den Gruppen war demnach also gering.

(hsp/BIERMANN)