Leitlinie bringt Klarheit bei Osteoporose-Frakturen 19. Oktober 2026 Anlässlich des Weltosteoporosetages (20. Oktober) verweist die DGOU auf die neue Leitlinie zu osteoporotischen Wirbelfrakturen1. Sie enthält klare Empfehlungen, wie diese häufig übersehenen Verletzungen besser diagnostiziert und behandelt werden können. „Mit der neuen Leitlinie wollen wir die Versorgung weiter verbessern, um die Lebensqualität älterer Menschen zu erhalten. Denn ein stabiler Rücken bedeutet vor allem eines: Beweglichkeit, Selbstständigkeit und Teilhabe im Alltag“, sagt DGOU-Präsident Prof. Frank Hildebrand. Die Fachgesellschaft verweist auf einen Beitrag in der Zeitschrift „Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten“ (OUMN)2 , in dem die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst sind und der einen Infokasten enthält, der Betroffenen zudem Orientierung geben soll: Er erklärt, woran sich ein möglicher Wirbelbruch erkennen lässt und welche diagnostischen Schritte folgen können. Die Versorgung von Menschen mit Osteoporose ist auch Thema auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) vom 20. bis zum 23. Oktober 2026 in Berlin. Alter als Risikofaktor für Wirbelkörperfrakturen Jedes Jahr werden in Europa etwa 400.000 gebrochene Rückenwirbel festgestellt. Am häufigsten betroffen ist der Übergang zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule, gefolgt vom mittleren und unteren Bereich der Brustwirbelsäule sowie dem oberen Bereich der Lendenwirbelsäule, konstatiert die DGOU. Besonders gefährdet seien ältere Menschen: Bei über 80-Jährigen ist bereits mehr als jeder Zweite betroffen. „Die Folgen werden häufig unterschätzt. Unbehandelt drohen chronische Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und weitere Brüche“, warnt DGOU-Leitlinienautor Prof. Max J. Scheyerer. Bereits ab einem Alter von 70 Jahren wird eine Osteoporoseabklärung empfohlen.3 Entscheidungserleichterungen für Ärzte Die neue Leitlinie verfolgt ein klares Ziel: Die richtige Therapie zur richtigen Zeit. Dafür wurden erstmals praxistaugliche Empfehlungen ausgesprochen, die Ärztinnen und Ärzten die Entscheidung erleichtern: Eine spezielle Klassifikation beschreibt die Art des Wirbelbruchs genauer. Ein Bewertungssystem (Algorithmus) hilft, konservative und operative Therapie gezielt abzuwägen. Klare Empfehlungen geben Orientierung von der Diagnose bis zur Nachsorge. „Nicht jeder Wirbelbruch muss operiert werden, aber jeder muss ernst genommen werden“, betont Prof. Uwe Maus, Leiter der DGOU-Sektion Osteologie. In vielen Fällen reicht eine konservative Behandlung: Schmerztherapie, Bewegung, Physiotherapie und vor allem eine gezielte Osteoporose-Therapie, um weitere Brüche zu vermeiden. Entscheidend ist, dass Patientinnen und Patienten schnell wieder mobil werden. Ist der Bruch instabil oder halten die Beschwerden an, kann eine Operation sinnvoll sein. Moderne, meist minimalinvasive Verfahren stabilisieren den Wirbelkörper und lindern Schmerzen oft deutlich. Wichtig ist dabei eine individuelle Entscheidung, angepasst an Gesundheitszustand, Aktivität und Lebenssituation. „Wird eine Osteoporose erkannt, sollte eine medikamentöse Therapie eingeleitet werden, um den weiteren Knochenabbau zu bremsen. Darüber hinaus gehören Bewegung, eine kalziumreiche Ernährung und ausreichende Vitamin-D-Versorgung zur Basistherapie“, erläutert Prof. Wolfgang Böcker, stellvertretender Leiter der DGOU-Sektion Osteologie. Die Leitlinie betont: Rückenschmerzen im höheren Alter sollten immer ernst genommen werden, besonders nach einem Sturz oder bei bekannter Osteoporose. Eine frühzeitige Diagnose kann verhindern, dass aus einem einzelnen Bruch eine dauerhafte Einschränkung wird. Die S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie osteoporotischer thorakolumbaler Wirbelfrakturen“ entstand unter der Federführung der DGOU und der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft e.V. (DWG) gemeinsam mit 17 weiteren Organisationen. Literatur: 1. Leitlinie „Diagnostik und Therapie osteoporotischer thorakolumbaler Wirbelfrakturen“ Entwicklungsstufe: S2k I Stand: 15.04.2025 I Gültig bis: 14.04.2030 AWMF-Registernummer: 187 – 0632. Scheyerer MJ et al. OF-System bei osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen. S2k-Leitlinie unter Federführung der DGOU. Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten (OUMN) 1.6.2026.3. S3-Leitlinie Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und bei Männern ab dem 50. Lebensjahr. Stand: 6.9.2023 I Gültig bis: 31.3.2027 (in Überarbeitung) AWMF-Registernummer: 183 – 001 DKOU-Session: Abstracts | Osteoporose und OsteologieDonnerstag, 20.10.2026, 09:00 – 10:00 UhrLondon 2
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