Leitlinie zur Versorgung von Kindern nach Fremdkörperaspiration und -ingestion überarbeitet20. Dezember 2024 Die Leitlinie stellt eine wichtige Grundlage für die Versorgung von Kindern in Notfallsituationen dar und unterstützt Fachkräfte durch klare, praxisnahe Handlungsempfehlungen bei ihrer Arbeit. (Foto: ©Mike Auerbach/DGAI) Die S2k-Leitlinie „Interdisziplinäre Versorgung von Kindern nach Fremdkörperaspiration und Fremdkörperingestion“ wurde unter der Federführung der DGAI und in Kooperation mit acht weiteren Fachgesellschaften vollständig überarbeitet. Fremdkörperaspiration beschreibt das Eindringen eines Fremdkörpers in die Atemwege. Dies kann lebensbedrohliche Atemwegsverlegungen oder auch Langzeitschäden verursachen und erfordert häufig eine schnelle Entfernung des Fremdkörpers. Fremdkörperingestion hingegen bezieht sich auf das Verschlucken von Gegenständen (z.B. Münzen oder Knopfzellbatterien), die in den Verdauungstrakt gelangen und häufig in der Speiseröhre steckenbleiben und dort gegebenenfalls gravierende Schäden verursachen können. Beide Ereignisse sind häufige Gründe für die akute Vorstellung von Kindern in Arztpraxen, im Rettungsdienst oder in Notaufnahmen. Besonders betroffen sind kleine Kinder: In den USA waren Ereignisse des „Verschluckens“ im Jahr 2020 die häufigste Todesursache durch vermeidbare Unfälle bei Säuglingen. Insgesamt sind rund zwei Drittel der betroffenen Kinder jünger als vier Jahre. Auch in Deutschland zählen solche Vorfälle zu den ernsten Gefahren im Kindesalter. In kritischen Situationen kann schnell und zielgerichtet gehandelt werden Mit der Überarbeitung der Leitlinie wird eine strukturierte Grundlage für die organisatorische, diagnostische und therapeutische Versorgung geschaffen, um die Patientensicherheit in diesen Notfallsituationen weiter zu erhöhen. „Die Leitlinie legt dabei besonderen Wert auf eine reibungslose interdisziplinäre Zusammenarbeit und transparente Prozesse, die es ermöglichen, in kritischen Situationen schnell und zielgerichtet zu handeln“, betont Prof. Jost Kaufmann, Leitlinienkoordinator und Mitglied des Wissenschaftlichen Arbeitskreises Kinderanästhesie der DGAI. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse haben sowohl die zeitlichen Abläufe als auch die Inhalte der Empfehlungen maßgeblich beeinflusst. Hervorzuheben sind Fortschritte bei der Versorgung von Kindern nach der Ingestion einer Knopfzellbatterie, wie die Gabe von Honig oder der Einsatz der Video-Ösophagoskopie für deren rasche Bergung aus dem oberen Ösophagus (Speiseröhre). Ebenso innovativ ist die klare Empfehlung zur Schnittbildgebung in der Nachsorge, denn mit deren Hilfe können frühzeitig drohende Komplikationen erkannt werden. Aufgrund der elektrisch ausgelösten Verätzung kommt es zum Beispiel regelhaft zu einer ausgeprägten Panösophagitis, welche zur Fistelbildung mit Anschluss an die Trachea oder an Arterien führen kann. Wenn diese Bedrohung erkannt wird, kann eine präventive Operation lebensrettend sein. Die Leitlinie stellt eine wichtige Grundlage für die Versorgung von Kindern in Notfallsituationen dar und unterstützt Fachkräfte durch klare, praxisnahe Handlungsempfehlungen bei ihrer Arbeit.
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